Samstag, 12. Dezember 2009

Japanisch für die Westentasche: Elektronische Wörterbücher


Wer mit Japanern unterwegs ist, die eine neue Sprache lernen, oder selbst gerade im Ausland unterwegs sind, wird feststellen, daß es etwas gibt, das sie alle gemeinsam haben: Die elektronischen Wörterbücher "Ex-Word" von Casio, mit dem scheinbar wirklich jeder Japaner eines zu besitzen scheint.

Diese Geräte gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen und Preisklassen. Die Unterschiede liegen dabei in den angebotenen Eingabemöglichkeiten, der Größe, und der Darstellung der Ergebnisse. Die kleinsten und günstigsten Geräte sind etwas größer als ein Smartphone, erlauben die Eingabe der gesuchten Worte über ein kleines Keyboard und stellen in wenigen Zeilen die Ergebnisse auf dem Display dar. Wer mehr ausgeben möchte oder einfach mehr Features benötigt, kann natürlich auch zu einem teureren Modell greifen. Diese haben verhältnismäßig große Displays und passen nicht mehr in die Jackentasche. Dafür kommen sie mitunter mit einem sensitiven Touchpad daher, das eine handschriftliche Eingabe der gesuchten Worte ermöglicht. Dies erweist sich natürlich als besonders praktisch, wenn  man anfangen will, Kanjis "abzumalen" und übersetzen zu lassen. Außerdem besitzen die teureren Geräte noch eingebaute Lautsprecher, damit man sich die Übersetzungen vorlesen lassen kann, um die richtige Aussprache zu hören und zu lernen.

Ein paar Haken gibt es bei der ganzen Sache: Hierzulande habe ich bisher keine Version entdeckt, die Japanisch mit abdeckt, sondern lediglich welche, die sich auf den europäischen Sprachraum beschränken. Um eine Version für Japanisch - Deutsch oder Japanisch - Englisch zu bekommen, muß man schon im Land der aufgehenden Sonne einkaufen. Allerdings ist die Menüführung dann auf Japanisch, was das Suchen sehr schwierig macht. Ob es eine Möglichkeit gibt, diese komplett auf eine andere Sprache umzustellen, weiß ich leider nicht. Dazu kommt der recht happige Preis dieser Geräte. Die billigsten, die ich in Japan gesehen habe, fangen bei rund 7000 Yen an (was je nach Kurs etwa 50 Euro entspricht), für die etwas besseren Geräte muß man leicht an die 20.000 Yen oder mehr berappen. Wer hier bei uns auf Amazon sucht, wird die billigsten Geräte nicht unter 100 Euro finden.


Man sieht also, diese elektronischen Wörterbücher sind unter Japanern weit verbreitet, allerdings hierzulande eher rar. Wenn jemand von Euch so eines haben möchte, empfehle ich, Eure Japanischen Freunde zu fragen, ob Sie Euch eines aus Japan mitbringen können, oder Ihr fahrt einfach selber dorthin und holt Euch eines. ^^

Aber jetzt kommt die gute Nachricht: Für Besitzer eines Android-Handys, wie beispielsweise das HTC Hero, gibt es eine schicke Lösung, die obendrein auch noch kostenlos ist. Ihr könnt Euch die App "Aedict" holen, die frei verfügbar und sehr mächtig ist. Nach dem Installieren wird noch ein freies Wörterbuch heruntergeladen, welches unzählige Japanische und Deutsche übersetzungen enthält. Dieser Download umfaßt ca. 20 MB, welche aber dank UMTS oder WLAN recht schnell heruntergeladen werden können. Sobald Ihr die Anwendung startet, habt Ihr ein einfaches Tool, welches Euch zwei Eingabefelder zur Verfügung stellt. Hier könnt Ihr nun, je nach Bedarf, entweder das zu suchende Wort auf deutsch oder japanisch eingeben. Danach erhaltet Ihr eine Liste mit Übersetzungsvoschlägen. Ich hatte je bereits in einem früheren Artikel erklärt, wie Ihr die japanische Texteingabe auf dem Handy ermöglicht. Für die Benutzung dieser Wörterbuch-App ist dies allerdings nicht nötig - wenn auch möglich. Ihr könnt auch zu suchende japanische Wörter einfach mit unserem Alphabet eingeben. Diese werden automatisch in Hiragana, Katakana und Kanji transformiert und Euch die entsprechenden Ergebnisse angezeigt. Ein weiterer Vorteil ist, daß hier das Wörterbuch bereits integriert ist. Anders als bei fast allen anderen Apps, die ich für's Handy gefunden habe, ist hier zur Benutzung keine Internet-Verbindung nötig. So könnt Ihr also auch im Ausland in aller Ruhe nach Übersetzungen suchen, ohne Euch Sorgen über ein explodierende Telefonrechnung wegen der Surf-Kosten im Ausland zu machen.

Alles in allem kann ich nur sagen, daß dies eine großartige App ist: Einfach, aber sehr mächtig. Die Benutzung ist wirklich sehr komfortabel, und der zur Verfügung stehende Wortschatz ist wirklich sehr groß. So ist es ein leichtes, wenn Ihr in einem Lied oder Film ein unbekanntest Wort entdeckt, dieses schnell nachzuschlagen, oder beim Schreiben von japanischen Texten sich kurz über die richtige Wortwahl und Schreibweise zu informieren. Ich kann es nur jedem empfehlen!









Kommentare:

  1. Kann man denn beim Android-Handy auch Kanji per Zeichenerkennung eingeben, d.h. abmalen?

    Ich stehe gerade vor der Entscheidung, ob ich ein elektronisches Wörterbuch und ein Handy kaufen soll oder mir lieber ein Smartphone zulege, das ein bisschen von beidem kann.

    Leider scheinen mir i-Phone und Windows mobile nicht sehr kompatibel mit meinen Bemühungen, Japanisch zu lernen. Und wenn ich mir ein Smartphone leiste, dann müssen da zusätzlich zum surfen schon Wörterbücher und Flashcards drin sein ;)

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  2. Bei der aktuellen Version von AEDICT ist es möglich, Kanjis per TouchScreen einzugeben, allerdings ist es nicht so wahnsinnig komfortabel. Prinzipiell gibt es auf jeden Fall auch alle möglichen Kanji- und Flashcard-Programme für's Android, und auch eine ganze Menge kostenlos. Habe selbst mehrere Kanji-Flashcard Apps drauf. Wenn Du also nur pauken willst, reicht das für den Anfang auf jeden Fall. Wenn Du aber wirklich in Japan oder so unterwegs bist, kommst Du glaube ich nicht um so eine elektronisches Wörterbuch herum. Die wirklich guten, die auch ein Touchfeld zum "malen" von Kanji haben, sind allerdings schon relativ teuer.
    Für den Anfang würde ich Dir die Smartphone-Variante empfehlen. Ich bin mit den Lösungen für's Android eigentlich ziemlich zufrieden.
    Ich hoffe, das hilft ein bißchen bei der Entscheidung. Viel Erfolg!

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  3. Vielen Dank für die blitzschnelle Antwort! Dass es zumindest die theoretische Möglichkeit gibt, Kanjis abzumalen, hilft mir schon viel weiter beim Entscheidungsfindungsprozess ;)

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