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Samstag, 2. April 2011

Japanisch am iPhone

Nachdem ich mich in ein paar vorherigen Artikeln bereits über Japanisch auf Android-Handys ausgelassen habe, wollte ich nun noch kurz ein paar sehr praktische Apps für's iPhone vorstellen.



電子辞書 für lau!

Ebenfalls in einem früheren Beitrag habe ich die elektronischen Wörterbücher vorgestellt, mit denen jeder Japaner ausgestattet ist, der eine Fremdsprache lernt, und die auch unter den Japanisch-Lernenden weit verbreitet sind.  Diese können allerdings sehr schnell ins Geld gehen, aber es gibt glücklicherweise eine extrem günstige - nämliche kostenlose - Alternative für iPhone-Besitzer: Kotoba!

"Kotoba!" ist kostenlos im AppStore erhältlich, und beansprucht installiert mit rund 300 MB außerordentlich viel Platz auf Eurem iPhone. Dafür ist es aber auch wirklich ein extrem nützliches und mächtiges Werkzeug, daß ich jedem Japanisch-Lernenden nur ans Herz legen kann. Es handelt sich dabei um ein mehrsprachiges Wörterbuch, das zwischen Japanisch und einer Vielzahl an Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, ... um nur die größten zu nennen) übersetzen kann. Die umfassende Datenbank ist - wie man schon an dem massiven Speicherplatzbedarf ersehen kann - beträchtlich.

Bei der Suche nach Japanischen Wörtern kann man wählen, ob man mit Romaji, Hiragana, Katakana oder Kanji schreibt. (Die Installation des japanischen Keyboards auf dem iPhone natürlich vorausgesetzt, aber glücklicherweise denkbar einfach, weswegen ich dieser keinen eigenen Artikel gewidmet habe.) Besonders komfortabel: Komplette Texte (z.B. erhaltene SMS oder Mails) lassen sich komplett in die Suche kopieren. Zwar wird in diesem Fall nicht der ganze Text übersetzt, aber alle Kanji extrahiert, was es einem vereinfacht, die erhaltene Nachricht zu verstehen.

Für fleißige Schüler der japanischen Kanjis ist diese App ebenfalls besonders zu empfehlen. Zu jedem Kanji gibt es neben der Bedeutung natürlich auch On- und Kun-Lesung, (teilweise zahlreiche) Beispiele für die Verwendung in verschiedenen Sätzen, sowie, besonders beeindruckend, eine kleine Animation über die richtige Strichfolge, um beim Lernen optimale Hilfestellung zu leisten.

Kurzum: diese App bietet unschlagbar viele Möglichkeiten und ist für jeden, der daran interessiert ist, Japanisch zu lernen, einfach unverzichtbar. Und das alles obendrein auch noch kostenlos, also: Schnell zuschlagen!

Verben konjugieren leicht gemacht

Heute steht alles im Zeichen der Mobilität, und glücklicherweise habe ich eine weitere App gefunden, die unvorstellbar praktisch ist. Erinnert sich noch jemand an den Beitrag über die beste Übersicht zum Verben konjugieren? Dort habe ich das phantastische Buch "The Complete Japanese Verb Guide" vorgestellt, das - wie ich gerade festgestellt habe - derzeit von 25 Euro auf 15 Euro im Preis gesunken ist. Allerdings hat man vermutlich oft keine Lust, ein Buch mit sich herumzuschleppen. Auch für diesen Fall gibt es jetzt für iPhone-Besitzer wieder Abhilfe: der Japanese Verb Conjugator Free. Eine weitere kostenlose App, die sich selbst wie folgt beschreibt:

Diese Applikation ist ein Lernmittel für die Japanischstudierenden, das fürs Erlernen von der Konjugation von japanischen Verben gedacht ist.

Sie umfasst 1178 Verben, die beim Japanischstudium unentbehrlich sind, und Sie können die Bedeutung, die Konjugation und die Grammatik von den Verben nachschlagen. Besonders geeignet ist sie für das Weiterstudium und die Verbesserung der Japanischfähigkeit im mittleren Niveau.

Das Deutsch in dieser Selbstbeschreibung ist zwar etwas holprig, aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Die App hält, was sie verspricht. Für alle Verben stehen die Übersetzung sowie die grammatikalischen Erläuterungen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung. Die Suche ist manchmal ein wenig kompliziert, aber die Ergebnisse sind sehr umfangreich und gründlich präsentiert, sodaß man sich die neuen Verben mit ihrem Stamm und in ihren Konjugationen gut einprägen kann.


Es existiert noch eine Vielzahl weiterer Apps, auf die ich allerdings an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte. Bei den meisten handelt es sich entweder um Flashcard-Systeme oder nach Themen sortierten Wortlisten, wie man sie aus Reiseführern kennt. Ich selbst habe unter diesen bisher noch keine App gefunden, die es geschafft hat, mich in ihren Bann zu ziehen. Sollte jemand allerdings noch Tipps für unbedingt Pflicht-Downloads haben, würde ich mich wie immer über entsprechende Kommentare freuen. Ich hoffe, daß ich mit diesen beiden Apps vielleicht etwas vorstellen konnte, was der eine oder andere noch nicht kannte, und damit ein bißchen helfen konnte. Jetzt also viel Spaß beim Runterladen und Lernen!

Samstag, 30. Januar 2010

Verben konjugieren - die beste Übersicht

Um eine Sprache richtig sprechen zu können, ist es wichtig, daß man die nötigen Verben für jede Situation kennt, und diese natürlich auch noch richtig konjugieren kann. Schließlich wollen wir nicht klingen wie Tarzan, wenn wir japanisch sprechen: "Wollen Japanisch lernen. Sprechen mit Freunden kann. Geht nach Japan zum Urlaub gemacht. Geseht schönes Land. Viele Städt reisen." Kein sehr reizvoller Gedanke, oder?

Anfangs wird man noch damit gelockt, daß die Konjugation japanischer Verben wunderbar einfach ist. Viele der lästigen Unterscheidungen, die wir aus dem Deutschen oder anderen westlichen Sprachen kennen, fallen einfach weg. Eine "ich - du - er/sie/es - wir - ihr - sie" Deklination gibt es nicht. Im Japanischen wird bei den Verben nicht nach Geschlecht unterschieden, geschweige denn nach Singular oder Plural. Wie einfach scheint es doch zuerst, wenn wir hören: Die einzige Unterscheidung die man wissen muß, läßt sich wie folgt darstellen:




食べる positiv negativ
Gegenwart/Zukunft 食べます 食べません
Vergangenheit 食べました 食べませんでした



Schaut auf den ersten Blick eigentlich ganz übersichtlich aus, nicht wahr? Lediglich positiv und negativ muß man unterscheiden? Und es gibt nur die zwei zeitlichen Unterscheidungen Gegenwart/Zukunft (praktischerweise die gleiche Form) und Vergangenheit? Ist ja großartig! - Tja, leider ist damit noch lange - und ich meine wirklich: LANGE - nicht alles gesagt. Warum? Das werdet ihr gleich merken...

Diese 4. Unterscheidungen sind ein guter Anfang und jedem Anfänger beim lernen der japanischen Sprache bekannt. Eine Zeitlang ist das auch genug, aber es gibt noch vieles mehr zu wissen. Als erstes wären da natürlich die schon mehrfach erwähnten Höflichkeitsformen. Zusätzlich kommt noch eine kleine Tücke: alles was wir gewohnt sind, durch Modalverben auszudrücken, wird hier direkt ins Verb mit eingebaut und muß als eigene Verbform gelernt werden. Daher möchte ich kurz das schöne Beispiel von oben (食べる = essen) einmal vervollständigen. Plötzlich erweiter sich diese Tabelle dann wie folgt:

食べる positiv negativ
Gegenwart/Zukunft (masu-Form) 食べます 食べません
Vergangenheit(masu-Form) 食べました 食べませんでした
Gegenwart/Zukunft (plain-Form) 食べる 食べない
Vergangenheit(plain-Form) 食べた 食べなかった
Imperativ 食べろ 食べるな
te-Form 食べて 食べなくて
Conditional: PLAIN 食べれば oder 食べたら 食べなければ oder 食べれなかったら
Conditional: FORMAL 食べましたら 食べませんでしたら
Presumptive: PLAIN 食べるだろう 食べないだろう
Presumptive: FORMAL 食べるでしょう 食べないでしょう
Volational: PLAIN 食べよう
Volational: FORMAL 食べましょう

Und, sprachlos? Schaut schon etwas beängstigender aus, nicht wahr? Und es geht noch weiter. Wegen der Übersicht (ok, auch ein bißchen aus Faulheit) habe ich jetzt mal folgende Formen "unterschlagen": Potential, Passive, Causative, Causative Passive, Honorific, Humble.


Aber keine Sorge, der Aufbau ist - einigermaßen - logisch und gut nachvollziehbar. Das wichtigste hierbei: eine gute Übersicht, die Euch beim Lernen unterstützt. Ohne diese Übersicht, wäre ich selbst nicht auf die Idee gekommen, was für Formen man alles lernen muß. Hierzu empfehle ich Euch ein phantastisches Buch: Der The Complete Japanese Verb Guide beinhaltet eine schnelle Referenz zu über 600 Verben und ist so ein perfektes Nachschlagewerk, solange diese Formen noch nicht ganz sitzen.

Das Buch beginnt mit einer rund 20-seitigen Einleitung, in der kurz und übersichtlich die verschiedenen Formen erklärt werden, wie sie gebildet und wann sie angewendet werden. Diese Übersicht ist schon sehr hilfreich, aber unschlagbar ist auch der Teil, der danach kommt: Jedem der über 600 Verben ist eine komplette Seite gewidmet. Zunächst werden alle möglichen Formen tabellarisch aufgelistet, sodaß man sie schön und schnell einsehen kann. Um es dem Lernenden der Japanischen sprache zu erleichtern, ist die Übersicht dabei - anders als in meinem obigen Beispiel - komplett in Romaji gehalten. So läßt sich die Tabelle sehr einfach lesen und die Regelmäßigkeiten können so leichter erkannt werden. Zusätzlich gibt es aber die Grundform des Verbs in der original Schreibweise mit Kanji und Hiragana und die dazugehörige Übersetzung. Um einen noch größeren Lerneffekt zu haben, gibt es nach der Übersicht auch immer noch ein paar Beispielsätze, um die verschiedenen Formen im Einsatz zu sehen. Das hilft dabei, die verschiedenen Formen, die sich teilweise nicht direkt übersetzen lassen, besser zu verstehen. Also, keine Angst mehr vor den vielen verschiedenen Formen. Wenn man erstmal angefangen hat, macht es Spaß zu wissen, bald nicht mehr wie Tarzan zu klingen... ^^