Dienstag, 12. Juni 2018

Weiter geht's auf GERPANESE

GERPANESE?

Hallo Zusammen,

obwohl ich diesen Blog schon jahrelang nicht mehr aktualisiert habe, freut es mich zu sehen, dass es immer noch viele leser gibt. Hierfür möchte ich mich als erstes einmal ganz herzlich bedanken!!

Seit dem letzten Update ist VIEL passiert. Ich habe für fast fünf Jahre in Japan gelebt und bin nun seit drei Jahren bereits wieder zurück in Deutschland. Natürlich konnte ich meine zweite Heimat (OSAKA!) und die Zeit dort nicht einfach vergessen. Natürlich gefällt es mir hier auch gut, aber nichts desto trotz vermisse ich Japan. Hätte ich nicht immer noch so engen Kontakt zu meinen Freunden im Land des Lächelns, würde tatsächlich ein Teil von mir verloren gehen, aber so bleibt alles auch trotz räumlicher Trennung immer präsent.

Warum schreibe ich nach so langer Zeit wieder? Und was hat es mit dieser Überschrift auf sich?

Ich habe mich entschlossen, einen großen Schritt zu wagen: da mir die Arbeit in Japan als Vermittler zwischen den Kulturen so viel Spaß gemacht hat und ich so viele tolle Menschen kennenlernen durfte, habe ich meinen Mut zusammengefasst und beschlossen, mich hier in Deutschland selbständig zu machen, und meinem Traum und meiner Leidenschaft zu folgen. Das Ergebnis: GERPANESE - Germany Japan Exchange Service Experts! Unter diesem Namen möchte ich nun hier auf meinen Erfahrungen aufbauen und Hilfe und Dienstleistungen im interkulturellen Austausch zwischen Deutschland und Japan anbieten.

Alles ist noch ganz neu und frisch, daher bin ich auch gerade noch für alles offen. Wenn ich mit meiner Erfahrung jemandem helfen kann, irgendwelche Hürden zu überwinden, die zwischen diesen beiden Kulturen auftauchen können, freue ich mich sehr - also habe ich mir dies zur Lebensaufgabe gemacht. :)

Ist unter meinen Lesern vielleicht jemand dabei, der genau auf so eine Chance gewartet hat? Braucht jemand Hilfe bei den Vorbereitungen für einen Japan-Aufenthalt? Erwartet jemand japanische Gäste oder Kunden und könnte jemanden brauchen, der dazwischen vermittelt? Vielleicht kennt jemand auch den ein oder anderen Expat, der von seiner Firma ins Ausland (egal ob das nun Japan oder Deutschland ist) geschickt wurde und noch Unterstützung braucht?

Dann schaut doch gerne mal auf meiner neuen Seite https://www.gerpanese.de vorbei. Ich habe auch den Blog dorthin umgezogen und werde vielleicht in Zukunft wieder mehr dort schreiben. Dort gibt es auch ein Kontaktformular, wenn jemand meine Unterstützung benötigt.

Ich hoffe, dass ich mit meinem Blog bisher dem ein oder anderen helfen konnte, sich schneller und leichter in die japanische Sprache einzufinden. Und jetzt brauche ich Eure Hilfe! Auch falls Ihr selbst vielleicht keine Unterstützung mehr benötigt, vielleicht kennt Ihr ja jemanden, dem ich meine Dienstleistungen anbieten kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um geschäftliche oder private Anfragen geht - mein Angebot reicht von Sprachschulenvermittlung zu Deutschunterricht, über Messebegleitung zu Relocation Support, oder Unterstützung japanischer Firmen in Deutschland. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn Ihr also jemanden kennt, für den meine Services vielleicht interessant sein könnten, würde ich mich freuen, wenn Ihr ein bisschen Werbung für mich und GERPANESE machen könntet, da es mein Traum ist, weiter in diesem Feld zu arbeiten und Leuten zu helfen, die fremde Kultur besser kennenzulernen oder sich leichter zurechtzufinden.

Vielen Dank an alle, die mir auch nach all den Jahren noch treu geblieben sind, und auch an alle, die vielleicht gerade erst auf meine Seite gestoßen sind. Ich freue mich darauf, von Euch zu hören!

Montag, 11. April 2011

Kirschblütenzeit - 花見

Kirschblüte vorm Osaka-Schloß

Jedes Jahr läutet zwischen Ende März und Anfang April ein Ereignis den Frühling in Japan ein: die Kirschblüte. Für kurze Zeit ist das Land von einem weißen Teppich überzogen, der langsam von Süden nach Norden wandert. Die Schönheit dieser blühenden Bäume haben in Japan eine große Bedeutung, symbolisieren sie die Vergänglichkeit der Dinge, wie auch zugleich einen Neubeginn.

Allerorts wird die Kirschblütenzeit von jedermann mit 花見 - dem traditionellen Kirschblüten-Schauen - zelebriert. Ganze Heerscharen von Japanern versammeln sich unter dem Blätterdach und genießen von früh bis spät die Geselligkeit, bei viel Gelächter, leckeren Köstlichkeiten und お酒 (Alkohol), der in Strömen fließt und hier und da jegliche Hemmungen vergessen läßt. Da kann es schon passieren, daß man in einer Gruppe sarariman in Anzügen (aber mit gelösten Krawatten) plötzlich einen Kollegen Halb- (oder ganz-) nackt durch die Gegend springen sieht. Doch egal, wie sehr bei solchen Festlichkeiten auch über die Stränge geschlagen wird, am nächsten Tag sind derartige Eskapaden - soweit ich gehört habe - bereits vergessen und vergeben, wenn man wieder mit korrekt sitzender Krawatte im Meeting sitzt.

Doch ist dies nicht falsch zu verstehen: die Kirschblüte ist nicht nur eine Ausrede zum sinn- und haltlosen Alkoholkonsum, es ist einfach eine Zeit, in der man sich mit Freunden versammeln und gemeinsam eine schöne Zeit verbringen kann, während man die Schönheit der Natur genießt und die von der Winterkälte gepeinigten Glieder endlich der Wärme der Frühlingssonne aussetzt.



Die Bedeutsamkeit dieses Ereignisses, des Erblühens der Kirschbäume, erkennt man schon daran, daß im Fernsehen ganz selbstverständlich Nachrichten gesendet werden, zu welcher Zeit und an welchen Orten die Blüten bereits wie weit geöffnet sind. Feststellen kann man es auch vor Ort, wenn man versucht, einen Platz zu ergattern, um es sich im gemütlich zu machen: die typischen blauen Plastikplanen werden teilweise schon bei oder sogar vor Sonnenaufgang an den beliebtesten Schauplätzen platziert, um sich sein Revier zu sichern. Eine Aufgabe, die anscheinen in Firmen den Rangniedrigsten zugeteilt wird, die dann dafür verantwortlich sind, noch vor dem ersten Sonnenstrahl ein geeignetes Gebiet zu finden und für die Kollegen zu verteidigen.

夜桜


Diese blauen Plastikplanen sind ein unabdingbares Utensil für ein echtes hanami, und spottbillig zu haben (ca. 14 qm für 350 Yen). Wichtig ist dabei wie beim Betreten einer Wohnung zu beachten: die Schuhe werden ausgezogen, bevor die Decke betreten wird! Also bitte nicht vergessen. Sodann steht nichts mehr der schönen Zeit im Wege, die man in fröhlicher Gesellschaft und bei sushi, tempura, onigiri, yakitori, dango, sake, bier, wein, und vielen weiteren Leckereien genießen kann. Wer lange genug durchhält, kommt sogar noch in den Genuß der 夜桜 (yozakura), wie das Kirschblüten-Schauen in der Nacht genannt wird. Viel Spaß dabei!


Zu guter Letzt noch ein paar Vokabeln, die man vielleicht in diesem Zusammenhang brauchen kann:
一緒に花見しよう。 いっしょにはなみしよう。 Laß uns gemeinsam zum Kirschblütenschauen gehen.
今年桜はすごいキレイですね! ことしさくらはすごいきれいですね! Dieses Jahr ist die Kirschblüte sehr schön, nicht wahr?
夜桜が一番好き。 よざくらがいちばんすき。 Die nächtliche Kirschblüte gefällt mir am Besten.
美味しい! おいしい! Lecker!
あの酔っ払い人はけっこう面白い。 あのよっぱらいひとはけっこうおもしろい。 Dieser Betrunkene dort ist ziemlich lustig.
明日は二日酔い二日酔いだと思う。 あしたはふつかよいだとおもう。 Ich glaube, morgen habe ich einen Kater.
寒いけど嬉しい! さむいけどうれし! Mir ist zwar kalt, aber ich freue mich.
すみませんが、私たちの写真を撮ってくれませんか? すみませんが、わたしたちのしゃしんをとってくれませんか? Verzeihung, aber könnten Sie vielleicht ein Foto von uns machen?
来てくれて一緒に花見してありがとうございました。楽しかったです! きてくれていっしょにはなみしてありがとうございました。たのしかったです! Vielen Dank, daß ihr gekommen seid und wir gemeinsam hanami gemacht haben. Es hat Spaß gemacht!
明日は仕事ですからそろそろ帰ります。 あしたはしごとですから、そろそろかえります。 Weil ich morgen wieder arbeiten muss, gehe ich langsam nach Hause.

Samstag, 2. April 2011

Japanisch am iPhone

Nachdem ich mich in ein paar vorherigen Artikeln bereits über Japanisch auf Android-Handys ausgelassen habe, wollte ich nun noch kurz ein paar sehr praktische Apps für's iPhone vorstellen.



電子辞書 für lau!

Ebenfalls in einem früheren Beitrag habe ich die elektronischen Wörterbücher vorgestellt, mit denen jeder Japaner ausgestattet ist, der eine Fremdsprache lernt, und die auch unter den Japanisch-Lernenden weit verbreitet sind.  Diese können allerdings sehr schnell ins Geld gehen, aber es gibt glücklicherweise eine extrem günstige - nämliche kostenlose - Alternative für iPhone-Besitzer: Kotoba!

"Kotoba!" ist kostenlos im AppStore erhältlich, und beansprucht installiert mit rund 300 MB außerordentlich viel Platz auf Eurem iPhone. Dafür ist es aber auch wirklich ein extrem nützliches und mächtiges Werkzeug, daß ich jedem Japanisch-Lernenden nur ans Herz legen kann. Es handelt sich dabei um ein mehrsprachiges Wörterbuch, das zwischen Japanisch und einer Vielzahl an Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, ... um nur die größten zu nennen) übersetzen kann. Die umfassende Datenbank ist - wie man schon an dem massiven Speicherplatzbedarf ersehen kann - beträchtlich.

Bei der Suche nach Japanischen Wörtern kann man wählen, ob man mit Romaji, Hiragana, Katakana oder Kanji schreibt. (Die Installation des japanischen Keyboards auf dem iPhone natürlich vorausgesetzt, aber glücklicherweise denkbar einfach, weswegen ich dieser keinen eigenen Artikel gewidmet habe.) Besonders komfortabel: Komplette Texte (z.B. erhaltene SMS oder Mails) lassen sich komplett in die Suche kopieren. Zwar wird in diesem Fall nicht der ganze Text übersetzt, aber alle Kanji extrahiert, was es einem vereinfacht, die erhaltene Nachricht zu verstehen.

Für fleißige Schüler der japanischen Kanjis ist diese App ebenfalls besonders zu empfehlen. Zu jedem Kanji gibt es neben der Bedeutung natürlich auch On- und Kun-Lesung, (teilweise zahlreiche) Beispiele für die Verwendung in verschiedenen Sätzen, sowie, besonders beeindruckend, eine kleine Animation über die richtige Strichfolge, um beim Lernen optimale Hilfestellung zu leisten.

Kurzum: diese App bietet unschlagbar viele Möglichkeiten und ist für jeden, der daran interessiert ist, Japanisch zu lernen, einfach unverzichtbar. Und das alles obendrein auch noch kostenlos, also: Schnell zuschlagen!

Verben konjugieren leicht gemacht

Heute steht alles im Zeichen der Mobilität, und glücklicherweise habe ich eine weitere App gefunden, die unvorstellbar praktisch ist. Erinnert sich noch jemand an den Beitrag über die beste Übersicht zum Verben konjugieren? Dort habe ich das phantastische Buch "The Complete Japanese Verb Guide" vorgestellt, das - wie ich gerade festgestellt habe - derzeit von 25 Euro auf 15 Euro im Preis gesunken ist. Allerdings hat man vermutlich oft keine Lust, ein Buch mit sich herumzuschleppen. Auch für diesen Fall gibt es jetzt für iPhone-Besitzer wieder Abhilfe: der Japanese Verb Conjugator Free. Eine weitere kostenlose App, die sich selbst wie folgt beschreibt:

Diese Applikation ist ein Lernmittel für die Japanischstudierenden, das fürs Erlernen von der Konjugation von japanischen Verben gedacht ist.

Sie umfasst 1178 Verben, die beim Japanischstudium unentbehrlich sind, und Sie können die Bedeutung, die Konjugation und die Grammatik von den Verben nachschlagen. Besonders geeignet ist sie für das Weiterstudium und die Verbesserung der Japanischfähigkeit im mittleren Niveau.

Das Deutsch in dieser Selbstbeschreibung ist zwar etwas holprig, aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Die App hält, was sie verspricht. Für alle Verben stehen die Übersetzung sowie die grammatikalischen Erläuterungen in verschiedenen Sprachen zur Verfügung. Die Suche ist manchmal ein wenig kompliziert, aber die Ergebnisse sind sehr umfangreich und gründlich präsentiert, sodaß man sich die neuen Verben mit ihrem Stamm und in ihren Konjugationen gut einprägen kann.


Es existiert noch eine Vielzahl weiterer Apps, auf die ich allerdings an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte. Bei den meisten handelt es sich entweder um Flashcard-Systeme oder nach Themen sortierten Wortlisten, wie man sie aus Reiseführern kennt. Ich selbst habe unter diesen bisher noch keine App gefunden, die es geschafft hat, mich in ihren Bann zu ziehen. Sollte jemand allerdings noch Tipps für unbedingt Pflicht-Downloads haben, würde ich mich wie immer über entsprechende Kommentare freuen. Ich hoffe, daß ich mit diesen beiden Apps vielleicht etwas vorstellen konnte, was der eine oder andere noch nicht kannte, und damit ein bißchen helfen konnte. Jetzt also viel Spaß beim Runterladen und Lernen!

Mittwoch, 30. März 2011

Ab nach Japan - und dann?

日本ようこそ!


Das letzte Mal habe ich geschrieben, was man für Möglichkeiten hat, um für längere Zeit in Japan zu sein. Hat man die Visumsfrage erst einmal geklärt und sich für diesen Schritt entschieden, gibt es noch eine Reihe weiterer Dinge, mit denen man sich auseinander setzen muß. Dieses Mal möchte ich ein paar wichtige Links und Adressen vorstellen, die einem die ersten Tage und Schritte in Japan erleichtern können.

Vorwort
Viele der Tipps, die ich hier präsentiere, sind vor allem dann interessant, wenn man sich dafür entschieden hat, nach Osaka, Kyoto, Kobe oder eine andere Stadt in der Kansai-Region zu ziehen. Das es mich selbst hierher verschlagen hat, kann ich hier meine Erfahrungen aus erster Hand präsentieren, alles andere wären nur "aufgewärmte" Infos, die ich selbst nur aus dem Internet zusammenkopieren müßte. Daher hoffe ich, daß mir die Leser verzeihen, die es eher nach Tokyo, Fukuoka, Sapporo oder sonstwohin verschlägt, und trotzdem etwas Spaß beim Lesen haben oder die eine oder andere nützliche Information finden.


WG's in Japan

Wer sich dazu entschlossen hat, das "wirkliche Leben" in Japan auszuprobieren, muß sich zunächst einmal eine Bleibe suchen. Wer dabei möglichst schnellen und nahen Kontakt zu den "Einheimischen" sucht, ist vermutlich am Besten mit einer WG beraten. In Japan sind WG's zwar bei weitem nicht so populär, wie in Deutschland, aber ganz fremd ist dieses Konzept auch im Land der aufgehenden Sonne nicht. Ein Link, der ganz nützlich bei der Suche ist, ist:
Verteilt über ganz Japan kann man hier seine Suche immer weiter verfeinern, angefangen bei der gewünschten Region bis hin zur gewünschten Stadt, und sehen, ob man jemanden findet, der nach neuen Mitbewohnern sucht. Die Fülle der Anzeigen ist überraschend groß - die Resonanz allerdings meiner Erfahrung nach eher gering. Überlegt Euch gut, was Ihr sucht, und in welcher Sprache Ihr Eure Anfrage verfassen wollt. Viele der Anzeigen existieren nur auf Japanisch, weswegen es ratsam ist, Euch von jemandem helfen zu lassen, der wirklich fit in der Sprache ist (am Besten von einem Japaner), sofern Eure eigenen Kenntnisse noch nicht ausreichen sollten.

Wohnen auf eigene Faust

Wer keine Lust auf eine WG hat, lieber die Privatsphäre einer eigenen Wohnung sucht, oder einfach anders nicht fündig wird, der kann natürlich sein Glück allein in einer Wohnung versuchen. Entweder man mietet sich ein eigenes, kleines Apartment (größer als 1DK ist für eine einzelne Person in Japan eher unüblich - also 1 Zimmer mit einer Wohnküche), was den Vorteil hat, daß man die meisten Freiheiten hat. Man ist vom Ort her am wenigsten gebunden, und kann wirklich relativ frei wählen, WO man wohnen möchte - denn freistehende Wohnungen gibt es an fast jeder Ecke! Zudem bekommt man gleich einen Eindruck davon, was es heißt, alleine seinen eigenen Alltag hier zu gestalten, ohne sich nach irgendwem anders richten zu müssen. Allerdings kommt diese Freiheit natürlich auch mit einem Preis: Die Organisation gestaltet sich mitunter als schwierig - auch hier ist Hilfe vor Ort (z.B. durch Freunde) angeraten - und die Mieten (sowie weitere ominöse Kosten, wie Schlüsselgeld und Geschenkgeld) sind natürlich in der Regel teurer, als in einer WG. Außerdem muß man sich in diesem Fall auch allein mit den japanischen Mietverträgen herumschlagen (ich mußte z.B. unterschreiben, daß ich keinen Müll aus dem Fenster werfe, und keine merkwürdigen Sachen hinausbrülle - auf was für Ideen manche Leute aber auch kommen... ^^).

Monthly Mansions

Eine alternative dazu bieten die sogenannten "Monthly Mansions". Im Gegensatz zu Hotels und Jugendherbergen werden diese - wie der Name schon sagt - auf Monatsbasis gemietet. (Es gibt auch "Weekly Mansions", die man - na, wer weiß es? - entsprechend für eine oder mehrere Wochen mieten kann.) Hier bekommt man in der Regel ein bereits fertig ausgestattetes, möbliertes Zimmer, im Idealfall ist sogar schon Internet vorhanden, sowie Strom, Wasser und Gas. Oft findet man hier Gemeinschaftsduschen, gemeinsam genutzte Küchen, oder auch münzbetriebene Waschmaschinen für die Allgemeinheit vor. Hier sind vor allem andere Ausländer anzutreffen, die ihrerseits für einige Zeit in Japan sind, sodaß man schnell Anschluß finden und Erfahrungen austauschen kann. Dies kann natürlich besonders hilfreich sein, wenn die eigenen Japanischkenntnisse noch in den Kinderschuhen stecken. Ich selbst habe diese Art des Wohnens nicht ausprobiert. Es ist zwar sicherlich ein einfacher Einstieg und erleichtert einem die ersten Gehversuche in diesem Land enorm, allerdings ist meine Befürchtung, daß das "Reise-Feeling" nicht ganz verloren geht, da mich die Atmosphäre doch sehr an eine Jugendherberge erinnert. Dieses Empfinden ist aber natürlich ganz persönlich, und es kann gut sein, daß jemand anders absolut glücklich mit dieser Lösung ist - es muß also jeder für sich herausfinden, was man will.


"Hier habe ich noch eine schöne Wohnung für Sie..."

In jedem Fall empfiehlt sich die Wohnungssuche mit Hilfe eines Maklers. Auch diese gibt es hier wie Sand am mehr, und entsprechend ist es nicht verwunderlich, daß sie sich große Mühe geben, um einen bei der Wohnungssuche zu unterstützen. Nachdem man sich selbst ein paar Rahmenbedingungen überlegt hat (Miete, Größe, Lage), empfehle ich, mit diesen Vorstellungen zu einem Makler zu gehen, und sich einfach eine Reihe von Wohnungen anzuschauen, bis man das Domizil gefunden hat, indem man sich wirklich zu Hause fühlen kann.

An dieser Stelle ein ganz wichtiger Rat von mir: sucht wirklich gründlich und nehmt Euch ausreichend Zeit! Mietet Euch z.B. für die ersten Tage in einem Weekly Mansion ein, dann habt Ihr am wenigsten Streß. Von dort klappert verschiedene Makler und Wohnungen ab - Ihr müßt hier (und wollte hier) für eine längere Zeit leben, also wäre es schade, wenn Ihr Euch diese Erfahrung dadurch "kaputt" machen würdet, daß Ihr Euch ungeduldig für eine Wohnung entscheidet, und es danach jeden Tag bereut!

Wie gesagt gibt es haufenweise Makler, die nur darauf warten, Euch eine Wohnung anzudrehen. Eine meiner Meinung nach gute Adresse, besonders auch für Ausländer gut geeignet, ist diese:
Die Seite umfaßt sowohl Monthly Mansions, wie auch Apartments jeder Größenordnung, jeder Preisklasse und in jeder Lage. Die Suchfunktion ist sehr praktisch gestaltet, da man viele Kriterien (Größe, Bahnhofsnähe, Internet inklusive, Geschenkgeld, etc.) bereits von vornherein heraus filtern kann. (Wie gesagt, wer in einer anderen Stadt sucht, muß sich bitte selbst schlau machen. ごめんね!)


"... bißchen leer hier..."

Hat man sich schließlich entschieden und ein neues Zuhause gefunden, geht es daran, sich einzurichten. Im Falle der "Mansions" wird man nicht so viele Dinge brauchen, aber steht man vor einem leeren Apartment, muß man ein paar Dinge tun, um sich dort auch wohl zu fühlen. Ein paar Möbel müssen her, doch woher nehmen, wenn nicht stehlen - und das am Besten, ohne das Budget zu sprengen? Keine Sorge, auch hierfür gibt es Abhilfe. Die erste Möglichkeit:  
Ja, Schweden hat auch seinen Weg nach Japan gefunden. Das bekannte Möbelhaus bietet auch hier alles, was man für den Alltag braucht. In Osaka ist es sehr gut mit dem kostenlosen (!) Shuttlebus zu erreichen, der von Umeda oder Namba aus direkt zum Einrichtungshaus fährt, und einen auch wieder zurückbringt. Auf der Webseite finden sich die aktuellen Busfahrzeiten, Lagepläne, und die Möglichkeit, schonmal online ein bißchen zu stöbern.

Wem das noch zu teuer ist, der kann auf second-hand Ware zurückgreifen. "Des einen Leid ist des anderen Freud", wie es so schön heißt. Ohne schadenfroh sein zu wollen, ist es trotzdem schön, daß es für Sparfüchse etwas gibt, worauf dieses Sprichwort genau zutrifft. Das Stichwort heißt: Sayonara-Sales. Viele Leute ziehen aus oder um, viele Ausländer müssen (manche wollen vielleicht?) sogar zurück in ihr Heimatland, und lösen ihre Existenzen auf. Im Internet finden sich viele Seiten, die ununterbrochen aktualisiert werden. Hier findet man eigentlich so gut wie alles, von Betten zu Futons, von Couches zu Stühlen und Tischen, von Töpfen bis Lampen, von Fernsehern bis DVD-Playern, Waschmaschinen, Kühlschränke, Gitarren, Fahrräder, Regale... einfach alles, was sich eben so ansammelt. Das Gute: die Leute haben mit diesen Dingen selbst gelebt, also ein eigenes Interesse daran gehabt, die Dinge in gutem Zustand zu halten. Hier kriegt man wirklich so gut wie alles, was man braucht, um sich neu einzurichten, und das für einen Spottpreis - oder manchmal (wenn die Zeit drängt) kriegt man die Sachen oftmals (gegen Abholung) sogar umsonst. Hier ein paar der besten Adressen (im Raum Osaka), die ihr natürlich auch selbst nutzen könnt, wenn ihr eines Tages wieder zurück müßt:
und etwas allgemeiner (nicht nur auf Kansai/Osaka beschränkt):
Ein Blick lohnt sich allemal, und die Leute sind dankbar und froh, wenn Ihr Ihnen die Sachen abnehmt. Ach ja, eine kleine Anmerkung noch: nicht nur Möbel, auch einen Schritt vorher lohnt sich bereits ein Besuch dieser Seiten, da hier auch Wohnungsanzeigen zu finden sind!

Und zu guter Letzt noch ein Tipp für alle Osaka-Reisenden: Schaut doch mal bei

vorbei. Dort helfen wir Euch "live" und vor Ort bei allem, was so anfällt, wenn Ihr Euch hier Euer neues Leben aufbauen wollt, bei allem was anfällt: Wohnungssuche, Sprachschule, Miethandy, etc. Wir freuen uns auf Euch.

Jetzt wünsche ich allen, die bis hier gelesen haben, viel Spaß beim Umziehen! ^^ 楽しんで!

Ab nach Japan - aber wie?

ドイツさようなら!


Die Koffer sind gepackt, die Wohnung gekündigt, die Abschiedsfeier mit den Freunden war phantastisch, und nun steht man am Flughafen, um sein neues Leben in Japan anzufangen...

Halt, hier fehlen ein paar wichtige Vorbereitungen!
Heute möchte ich ein bißchen darüber schreiben, was man alles beachten muß, wenn man sich für den Schritt entschieden hat, für längere Zeit zu gehen.


"Ich hau mal eben ab..."
Option 1: Der "fortgeschrittene" Tourist

Wenn man einmal für längere Zeit in Japan wohnen möchte, hat man verschiedene Möglichkeiten, um diesen Schritt einmal auszuprobieren. Bevor man diese Entscheidung endgültig macht und alle Zelte in der Heimat abbricht, empfehle ich, vorher einmal in das neue Leben "reinzuschnuppern", und sich sozusagen eine Runde "Japan Light" anzusehen. Hierfür kann man einfach mit einem ganz normalen Touristenvisum einreisen, was einem einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen ermöglicht. Dieser Zeitraum ist lang genug, um nicht in das typische "Touristen-Gefühl" hineinzurutschen - ich setzte hier einfach mal ganz frech voraus, daß wer sich dazu entscheidet, für länger hier zu sein, die reguläre Touristen-Erfahrung bereits gemacht hat. Klar, wenn man diese 90 Tage nutzt, um jeden Winkel des Landes zu bereisen, wird kaum ein Heimatgefühl aufkommen. Darum empfehle ich, sich "zum Ausprobieren" für eine Stadt der Wahl zu entscheiden, und sich dort für diese 3 Monate häuslich niederzulassen. Dadurch hat man die Gelegenheit, ein bißchen den ganz gewöhnlichen Alltag kennen zu lernen: Einkaufen gehen, die eigene Wohnung putzen (statt abends ins fertig gemachte Hotelzimmer zurückzukommen), Waschen, Freunde treffen, etc. Außerdem kann man dabei einmal sehen, wieweit einem die bisherigen Japanischkenntnisse schon helfen, und wo noch dringend Aufholbedarf besteht.

Für das Touristen-Visum ist nichts besonderes zu beachten. Wenn man das nötige Kleingeld zusammengespart hat, und es die derzeitige Lebenssituation erlaubt, sich eine dreimonatige Auszeit zu gönnen, ist diese Version ein guter Einstieg, um zu testen, ob man sich ein Leben für längeren Zeitraum in diesem Land vorstellen kann. Einziger Haken an der Sache: Als Tourist ist es einem verboten, in Japan zu arbeiten oder zu jobben! Ihr solltet also vorher Euer Sparschwein ordentlich mästen, bevor Ihr so eine Reise antretet.

Wer allerdings hierbei bereits den Kulturschock erleidet, schon nach allzu kurzer Zeit bereits keinen Reis mehr sehen kann, oder wegen Kommunikationsschwierigkeiten oder sonstiger Probleme von einem Frustmoment in den nächsten stolpert, dem würde ich davon abraten, eine lange Zukunft in diesem Land in Erwägung zu ziehen. Wer allerdings jetzt erst "Blut geleckt" hat, und nach diesen drei Monaten schon traurig ist, dieses Land verlassen zu müssen, dem bieten sich einige Möglichkeiten, nach Japan zurückzukehren.


Osaka Universität
Option 2: Der Student

Wer im richtigen Alter ist, kann versuchen, einen Platz an einer Uni in Japan zu ergattern, und sich hier dem Studium zu widmen. Der Vorteil davon ist, daß man als Student ein entsprechendes Visum erhält, was einem Aufenthalt von bis zu mehreren Jahren (ich glaube ca. 3 oder 4?) ermöglicht. Obendrein ist es an einer Uni vermutlich leicht, Anschluß und neue Freunde zu finden, und sich voll und ganz der Kultur zu widmen, und so schnell Fortschritte zu machen. Die Kehrseite sind zum einen die hohen Kosten, die mit einem Uni-Besuch in Japan verbunden sind (die vermutlich über die deutschen Studiengebühr-Diskussionen bloß lachen können).

Ich selbst habe diese Erfahrung leider nicht gemacht, aber wenn sich jemand hierzu äußern will oder anderen Lesern seine Erfahrungen oder Infos mitteilen möchte, würde ich mich über entsprechende Kommentare freuen.


Kleines Budget: "Working Holiday Maker"

Option 3: Der "Working Holiday Maker"

Eine weitere, sehr interessante Möglichkeit bietet sich in Form des "Working Holiday Visums" an. Japan hat mit Deutschland (und noch einigen anderen Ländern mit teilweise leicht unterschiedlichen Details) ein Abkommen für junge Leute, die interessiert am Kulturaustausch sind und sich zu diesem Zweck für die Dauer bis zu einem Jahr im entsprechenden Land aufhalten möchten. Um dieses Visum zu erhalten, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Hierzu zählt als Erstes: Die Bewerber dürfen höchstens 30 Jahre alt sein - danach ist dieser Zug abgefahren. Ja, richtig, mit 30 kann man sich auch noch bewerben, solange das Visum VOR dem 31. Geburtstag ausgestellt wird. Dadurch kann sich gegebenenfalls alles nach hinten verschieben: ab dem Ausstellungsdatum hat der Antragsteller 1 Jahr Zeit, die Reise ANZUTRETEN. Die Visumsdauer von einem Jahr läuft dann ab der Ankunft in Japan, wodurch man also im extremsten Fall nach der derzeitigen Regelung mit 32 Jahren noch als Working Holiday Maker in Japan sein kann.

Neben dem Alter gibt es noch einige andere Anforderungen, die man erfüllen muß, um dieses Visum zu erhalten. Bei der Beantragung des Visums ist nachzuweisen, daß man genug Geld auf der hohen Kante hat, um die erste Zeit in Japan auch zu überleben (ohne Japaner überfallen oder anbetteln zu müssen). Man sollte also rund 2000Euro gespart haben, wenn man das Visum beantragt. Außerdem benötigt man eine Auslandskrankenversicherung für die komplette Reisedauer, sowie ein Hin- und Rückflugticket. (Sollte man noch keinen Rückflug gebucht haben, erhöht sich lediglich die Summe, derzeit um rund 1200 Euro, die man bei Antragstellung auf dem Konto vorweisen muß, um sicherzugehen, daß der/die Reisende auch genug Geld hat, um das Land wieder verlassen zu können, wenn seine/ihre Zeit abgelaufen ist). Des Weiteren gibt es noch ein paar Formulare auszufüllen und weitere Dokumente einzureichen: Ein sehr abstrakter Lebenslauf, der eigentlich nur die bisherigen Eckdaten der Ausbildungslaufbahn und bisherigen Arbeitgeber enthält, ein (nicht verpflichtender!) Plan, wie man gedenkt, dieses eine Jahr in Japan zu gestalten (hier sollte man darauf achten, deutlich zu machen, daß man sehr daran interessiert ist, diese Kultur kennenzulernen), und ein ca. eine Seite langes Motivationsschreiben, in dem man die Gründe darlegt, die einen zu diesem Schritt bewegen. Abgerundet wird das ganze natürlich durch einen ausreichend lange gültigen Reisepaß, sowie zwei Paßfotos für verschiedene Formulare und Anträge im Land. (Weitere und stets aktuelle Informationen hierzu findet man auf den Seiten der Japanischen Botschaft in Deutschland.

Wichtig zum Working Holiday Visum ist noch eines zu sagen: Wie der Name schon andeutet, ist es gestattet, sich mit diesem Visum einen Job zu suchen, um den Lebensunterhalt zu verdienen - und wer keinen Goldesel zu Hause hat, wird sicherlich davon Gebrauch machen müssen, denn leider ist Japan sehr, sehr teuer.


Ein "Sarariman" bei der Mittagspause
Option 4: Der "Sarariman"

Sollten die bisherigen Optionen aus irgendwelchen Gründen nicht in Frage kommen, kann man sich auch einfach mit einem ganz normalen Arbeitsvisum nach Japan begeben. Dieses erhält man entweder von einer deutschen Firma, die ihre Mitarbeiter nach Japan schickt - und sich in diesem Falle wohl auch um die nötigen Formalitäten kümmert - oder von einem japanischen Arbeitgeber, sollte man bereits einen gefunden haben.

Auch hier muß ich leider darauf hinweisen, daß ich diese Erfahrung noch nicht gemacht habe, und sich diejenigen, für die diese Option in Frage kommt, selbst schlau machen (und dann vielleicht hier ihr Wissen mit uns teilen).


Hochzeit auf Japanisch
Option 5: Die Hochzeitsglocken

Wer denn das Glück haben sollte, seine große Liebe in diesem Land gefunden zu haben, kann das "Spouse Visa" in Anspruch nehmen, welches für Ehepartner ausgestellt wird. Auch hier berufe ich mich bisher nur auf das, was ich vom Hören-sagen her weiß. Wer dieses Visum beantragen, muß zunächst eine tatsächliche Ehe mit allen Formalitäten mit einem japanischen Staatsbürger bzw. einer japanischen Staatsbürgerin vorweisen. Der Prozeß kann sich allerdings sehr lange hinziehen, insbesondere falls aus irgendwelchen Gründen ein Verdacht bestehen sollte, daß es sich lediglich um eine Scheinehe zu Visumszwecken handelt (wie man es - zwar nicht unbedingt aus Japan - aus diversen Hollywood-Filmen kennt). Die Glaubwürdigkeit spielt eine tragende Rolle bei der Entscheidung, ob ein derartiges Visum vergeben wird, oder nicht. Hierzu zählt z.B. auch die (getrennte) Befragung durch Beamte nach der bisherigen, gemeinsamen Vergangenheit ("Malen Sie den Grundriß Ihrer Wohnung auf."), oder Dokumentation derselben durch Fotos von vergangenen, gemeinsamen Reisen oder sonstigem. Wer allerdings ehrlich an die ganze Sache rangeht, sollte nichts zu befürchten haben, außer der bürokratischen Mühle, deren Räder sich zumal sehr langsam drehen.

Auch dieses Visum wird nur temporär ausgestellt, und ermöglicht einem einen Aufenthalt zwischen 1 und 3 Jahre (meines Wissens nach), bevor es erneuert werden muß. Die gute Nachricht ist aber, daß man während der Bearbeitungszeit für das Visum ein "temporäres" Visum ausgestellt bekommt, welches es einem zwar in dieser Zeit nicht ermöglicht, zu arbeiten, aber immerhin im Land und bei seiner/seinem Liebsten zu sein. <3 


Was einen da wohl erwartet...?

Auf geht's...


Dies sind vorerst die häufigsten, oder mitunter einfachsten Wege, eine Aufenthaltsgenehmigung in Japan zu bekommen. Sicherlich existieren noch andere Möglichkeiten (beispielsweise ein Manager-Visum), die allerdings eher "exotisch" sind und sich mir jeglicher Kenntnis entziehen. Und da niemandem mit weiteren "da-müßt-ihr-selber-schauen"-Absätzen geholfen werden, möchte ich an dieser Stelle mit den oben genannten Optionen abschließen, und wünsche allen Interessierten viel Spaß und viel Erfolg bei der Planung dieses Leben-verändernden Schrittes. 頑張ってね!

Samstag, 19. Februar 2011

Wer braucht schon Kanji?

漢字! Kanji! Wohl mit eine der größten Hürden, die es zu bewältigen gibt, wenn man sich die japanische Sprache aneignen will. Kanji sind schön, Kanji sind mysteriös, Kanji sind praktisch, Kanji bringen einen zum Verzweifeln, Kanji sind nützlich, Kanji sind furchtbar... Es gibt viel, was man über die chinesischen Schriftzeichen, die im Japanischen verwendet werden, sagen kann. Man kann sie lieben, sie hassen, oder sie einfach akzeptieren. Was aber ist die "richtige" Antwort auf die Frage: Wer braucht schon Kanji?

Viele Kurse und Bücher verzichten zunächst voll auf Kanji. Statt dessen wird zunächst nur in Romaji gelehrt, und irgendwann auf Hiragana und Katakana erweitert. Die Kanji sind einfach zu schwer und zu viele, als daß man einen Lernanfänger sofort damit konfrontiert. Nicht wahr? - Falsch! Meiner Meinung nach. Ich möchte kurz von meiner eigenen Erfahrung erzählen, damit sich jeder ein Bild davon machen und eine eigene Meinung bilden kann, ob und wann für ihn oder sie die richtige Zeit ist, Kanjis zu lernen, oder eben nicht.



Wie eben erwähnt, habe auch ich mein Selbststudium der japanischen Sprache angefangen, während ich auf Kanji weitgehend verzichtet habe. Zwar war ich von der Schönheit dieser Zeichen, die jedem Text etwas mystisches geben - selbst wenn es sich nur um eine Einkaufsliste oder Waschanleitung handelt - von Anfang an fasziniert, doch schien es ein auswegloses Unterfangen, diese komplexen Zeichen in ihrer Fülle (für den Alltag ist ein Grundrepertoire von über 2000 Zeichen nötig!) jemals erfassen zu können. Getrieben von der Ungeduld, schnelle Erfolge erzielen zu wollen, beschränkte ich mich darauf, mit Hiragana und Katakana auszukommen. Diesen Schritt sollte man so früh wie möglich machen, und die Welt der Romaji verlassen, da die vielen ähnlichen Laute kaum zu unterscheiden sind, sobald man jedoch die Silbenschrift verwendet, werden die Unterschiede schneller deutlich und sind leichter zu behalten.

Doch genügt das? Um ehrlich zu sein: Nein. Japanisch ist gespickt mit Homonymen, was es auch so schwer macht, diese Sprache passiv zu lernen, indem man ihr einfach ausgesetzt ist. In anderen Sprachen, wie beispielsweise Englisch oder Französisch, kann man in der Regel davon ausgehen, daß (fast) alles, was man hört, eine eigene Bedeutung hat. Im Japanischen gilt das leider nicht, und so können gleich klingende Wort zig verschiedene Bedeutungen tragen. Hier helfen die Kanji aus.

Was bedeutet "kami" かみ? 
  1. かみ: 紙 = Papier
  2. かみ: 神 = Gott
  3. かみ: 髪 = Haar

Ein Beispiel, welches sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat. Während einer Unterhaltung mit einer Freundin, erzählte mir davon, daß sie gerne Umziehen möchte. Allerdings sei der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen. Sie sprach von ihrem Freund und sagte mir:

「かれはくるまでまつ。」

 Was bedeutet das? Ich hörte folgendes:

「かれが車で待つ。」 - "Er wartet im Auto." Ich fragte mich, von welchem Auto sie spräche, und warum er dort warten sollte, da ich den Sinn dieser Aussage nicht erfassen konnte. Doch sie klärte auf, was sie tatsächlich gesagt hatte:

「かれが来るまで待つ。」 - "Ich warte, bis er kommt." - Phonetisch sind diese beiden Sätze nahezu identisch, und eine Schreibweise in Hiragana machen den Unterschied zunichte. Zu diesem Punkt wünschte ich mir, daß man auch in Kanji spräche, um derartige Mißverständnisse zu vermeiden.(Der spitzfindige Leser mag hierbei nun kritisieren, daß wie schon angedeutet, in einer Konversation mir Kanji auch nicht weitergeholfen hätten, oder daß bei ausreichend fortgeschrittenem Level der Kontext und die Grammatik möglicherweise den Unterschied noch verdeutlicht hätten. Dem kann ich nur entgegnen: Solche Situationen kann man auch antreffen, wenn man nicht spricht, sondern Mails, Briefe, Bücher oder sonstwas schreiben bzw. lesen will. Und solange man noch kein Meister der japanischen Sprache ist, ist es meiner Meinung nach schwer oder teilweise unmöglich, grammatikalische Details genau genug oder schnell genug zu erörtern.)

Dies sollte nur ein Beispiel sein, bei dem Kanji geholfen hätten, den Sinn deutlicher zu machen. Da im japanischen in der Regel keine Trennung zwischen den einzelnen Wörtern existiert, sondern alles in einem fort durchgeschrieben wird, sind Kanji eine große Hilfe, um einen Text einfacher und flüssiger lesen zu können. Hier komme ich auch gleich zu meiner zweiten Hauptmotivation, Kanji verstehen können zu wollen. Das Lesen! Anfangs ist man stolz mit den beiden Silbenalphabeten, und freut sich, wenn man tatsächlich an einem Laden ein Schild mit der Aufschrift うどん oder ラーメン lesen kann. Allerdings sind das nur sehr wenige Ausnahmen. Ohne Kanji-Kenntnisse läuft man durch Japan wie ein Analphabet. Jedes Schild, jede Anzeige, jede Nachricht oder jede Speisekarte erscheint einem in unentzifferbaren Hieroglyphen. Sobald man seine ersten Gehversuche in dieser Kultur macht, wird man noch genug mit vielen neuen Aspekten beschäftigt sein, um sich an diesem Umstand - diesem Mißstand - nicht zu sehr zu stören. Doch sobald man tiefer Einblicken möchte, mehr verstehen möchte, sind Kanji einfach unumgänglich.

Dies führt auch direkt zu meiner Antwort auf die Anfangs gestellte fragen. Wer Kanji braucht? Jeder, der sich wirklich eindringlich und tiefgehend mit der japanischen Sprache (und Kultur?) beschäftigen möchte. Wer also lediglich genug Japanisch lernen möchte, um bei einer Reise in dieses Land eine gewisse Grundkommunikation beherrschen möchte, kann getrost auf Kanji verzichten. Für diesen Fall sind schnelle Erfolge wichtig. Hierzu empfehle ich einen nach Themen sortierten Sprachführer, wie beispielsweise Kauderwelsch, Japanisch Wort für Wort der Wert darauf legt, den Reisenden schnell mit den wichtigsten Redewendungen vertraut zu machen. Selbst wenn man den Namen einer Sehenswürdigkeit, eines Hotels, oder des Bahnhofs, den man sucht, nicht auf einem Schild lesen kann, wird man mit grundsätzlichen Sprachkenntnissen doch irgendwie zum Ziel kommen, wenn man sich einfach durchfragt. Hier sind schnelle Erfolge gefragt, und wichtiger als ein eindringliches Studium der japanischen Sprache.

Wer allerdings ernsthaft das Ziel hat, diese Sprache in ihrer Ganzheit zu begreifen, dem lege ich ans Herz, von Anfang an damit zu beginnen, auch die nötigen Kanji zu lernen. Kanji sind ein essentieller Bestandteil der Sprache, und unverzichtbar, um wirklich Japanisch zu lernen. Ich selbst mußte leider schmerzlich die Erfahrung machen, daß es sich später rächt, wenn man zu lange damit wartet. Die Lücke zwischen dem Sprech-Level und dem Lese-Level wird zu groß, und es ist sehr schwer, dies nachträglich aufzuholen und zu füllen. Um die Nuancen der Sprache wirklich begreifen zu können, sind Kanji nicht nur hilfreich, sondern unverzichtbar. Zunächst sind die Zeichen mit ihren vielen Strichen und komplexen Formen zwar vielleicht abschreckend, aber sie helfen ungemein beim Verständnis neuer gelernter Wörter, und beim Erkennen und Lesen.Es sind zwar sehr viele Zeichen, die man studieren muß, aber in jeder anderen Sprache fängt man auch damit an, zunächst einmal das Alphabet lesen zu können. Wer zum Beispiel Französisch lernt, muß sich beispielsweise auch mit den Unterschieden zwischen é, è und ê auseinandersetzen, anstatt einfach nur "e" zu schreiben. Im Japanischen ist es nicht anders. Darum appeliere ich an alle, die wirklich Japanisch lernen wollen: Habt keine Angst vor den Kanji, stellt Euch der Herausforderung so früh wie möglich, es wird sich auf jeden Fall lohnen!

Zum Abschluß noch ein meiner Meinung nach sehr guter Buchtipp: Basic Kanji Book: 1 Dieses Buch hebt sich dadurch von den unzählichen anderen Büchern ab, daß es nicht nur Wortlisten beinhaltet, sondern sehr gute Übungen, kurze Texte, die die neu gelernten aufeinander aufbauend verwenden, und vor allem sehr nützliche Kanji, die man im Alltag sehr häufig antrifft. Andere Bücher oder Kurse gehen oft nach dem Schulsystem vor, nach dem die Kinder in Japan von der ersten bis zur sechsten Klasse (!) den natürlichen Umgang mit den grundlegenden rund 2000 Kanji lernen. Für einen Neuling der japanischen Sprache ist meiner Meinung nach der Ansatz in diesem Buch besser geeignet, da besonders eine regelmäßige Verwendung der neu gelernten Materialien hilft, sich die Schriftzeichen besser merken zu können, wenn man ihnen im Alltag begegnet.

Viel Spaß und Erfolg an alle Lernenden. お互い頑張ろう!


Freitag, 18. Februar 2011

Entwarnung - Oder: Japaner sind auch nur Menschen

Kurz Vorweg: Ich bin großer Japan-Fan und bringe diesen Menschen und ihrer Kultur großen Respekt entgegen. Trotzdem (oder gerade deshalb?) ist es mir gerade ein Anliegen, zu klären, daß Japaner auch nur Menschen sind.



Worum geht es eigentlich? Wenn man die Buchhandlungen oder das Internet nach Informationen durchstöbert, stößt man unweigerlich Zahlreiche Seiten, Bücher und Informationen, die uns barbarische Westler anleiten sollen, wie man sich in Japan richtig zu benehmen hat. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, und einige dieser Werke treffen den richtigen Ton und verstehen es, mit Witz und Charm die kulturellen Unterschiede aufzuzeigen und zu erklären, und dabei Interesse zu wecken, während man gleichzeitig auf unterhaltsame Weise etwas lernen kann. Ein Beispiel hierfür, das mir viel Freude beim Lesen bereitet hat, ist dieses hier: Fettnäpfchenführer Japan: Die Axt im Chrysanthemenwald.

Daneben gibt es aber auch leider zahlreiche Beiträge, die einfach nur abschreckend und engstirnig geschrieben sind, und sich lediglich auf die Ausbreitung von Clichées beschränken. Oftmals entsteht dabei ein Bild, welches Japan als gnadenlose Kultur und unbarmherzigen Bewohnern portraitiert, was jeden Besucher unmittelbar in Angstschweiß ausbrechen läßt ob der Frage, ob tatsächlich der lokale Knigge eingehalten wurde, oder welchen Faux-Pas man gerade versucht, krampfhaft zu vermeiden.

Diese Artikel sind gefüllt mir Floskeln wie "Keinesfalls dürfen Sie..." oder "Vermeiden Sie es unbedingt..." und dergleichen. Viele dieser Artikel erzeugen oftmals nur eins: Einerseits (für diejenigen, die ohnehin nicht vorhaben, dieses schöne Land zu besuchen) Schmunzeln über die Ach-so-engstirnige Kultur, die sich in ihrer Entwicklung noch im Mittelalter zu befinden scheint. Andererseits (für alle Japaninteressierten) die Erzeugung von Streß und Angst davor, was man alles falsch machen kann, wenn man sich denn tatsächlich mal aufmacht, und eine Reise ins Land der aufgehenden Sonne zu wagen.

Daher die gewählte Überschrift dieses Artikels. Nachdem ich wieder einmal über einen derartigen Bericht gestolpert bin, der Japan mit seinen ganzen Benimm-Fallen als alles andere als ein einladendes Land darstellt, war es mir ein großes Anliegen, hier zu intervenieren - ja, eine kleine Entwarnung zu geben!

Zugegeben, Japan ist ein Land, in dem vieles grundlegend anders ist, als wir es aus der westlichen Kultur gewohnt sind. Was wir allerdings gemein haben (nicht nur mit Japanern, sondern mit allen aufgeschlossenen Menschen), ist das gegenseitige Interesse. Der Japaner an sich hat oftmals kaum Gelegenheiten, die eigene Heimat zu verlassen, weswegen man als Nicht-Japaner schon das eine oder andere Mal bestaunt wird, so wie auch wir uns beim Anblick einer Geisha oder eines Samurais in voller Montur in einer deutschen Großstadt die Hälse verrenken würden. Dieses Interesse oder diese Neugierde ist ganz natürlich, und es ist schön, sich darauf einzulassen, und gegenseitig die Kulturen austauschen zu können. Keinesfalls ist es so, wie es oft in diversen "Kniggeführern" und der gleichen dargestellt wird: die Japaner warten NICHT nur darauf, daß sich der 馬鹿外人, der dumme Ausländer, einen Patzer leistet, um diesen dann gnadenlos zu ahnden oder wütend darüber zu richten. Natürlich gibt es vieles, was man als Westler nicht weiß oder nicht versteht, aber da wir in diesem Land so deutlich als Exot, als Außenseiter auffallen, sind uns diese Patzer im Rahmen auch vergönnt.

Selbstverständich gibt es Dinge, die man vermeiden sollte, aber dies gebietet bereits der gesunde Menschenverstand. Bei kleinen "Schnitzern", die in unserer Kultur vielleicht normal sind, oder einfach einen anderen Stellenwert haben, wird darüber geschmunzelt, und die Japaner werden den Reisenden gerne und höflich darauf aufmerksam machen, welches Verhalten beim nächtsten Mal vermieden werden sollte. Hieraus kann ein schöner Dialog und Kulturaustausch entstehen (wenn man eine gemeinsame Kommunikationssprache findet), und zumindest hat man vielleicht nach einem Tritt ins Fettnäpfchen ein paar Japanern eine lustige Anekdote des Tages geboten, die sie beim nächsten Mal ihren Freunden, Kollegen oder Familie erzählen können.

Wichtig ist es meiner Meinung nach, nicht zu versuchen, japanischer zu sein, als die Japaner selbst. Wenn man Respekt und offenheit gegenüber der fremden Kultur zeigt, ohne gleichzeitig sich selbst und seine eigenen Wurzeln aufzugeben, kann man eigentlich nicht allzuviel falsch machen. In Japan ist es vielleicht nicht üblich, beispielsweise einer Frau die Tür auzuhalten oder in den Mantel zu helfen, und ein "sayonara" zur Verabschiedung aus dem Supermarkt wird mit Lachen quittiert (hat eher ein Gefühl von "Lebewohl!" als "Auf Wiedersehen."), aber derartige Unterschiede werden interessiert aufgenommen und helfen, die unterschiedlichen Denkweisen auszutauschen. Diese De-Mystifizierung Japans ist hilfreich und nötig, um Ängste abbauen zu können und den Kulturaustausch zu fördern. Deswegen bitte immer daran denken: Japaner sind auch nur Menschen!

Samstag, 22. Januar 2011

Laaange Pause - auf geht's!

こんにちは an alle, die meinen Blog bisher verfolgt oder erst kürzlich gefunden haben.

Ich möchte mich an dieser Stelle entschuldigen, daß ich so lange nichts von mir haben hören lassen. Der Grund ist ganz einfach: Wie Ihr vielleicht gemerkt habt, ist meine Leidenschaft zum Japanisch lernen sehr groß, also habe ich alle meine Energien darauf verwendet, dieses Ziel stetig weiter zu verfolgen, was die einzige logische Konsquenz hatte: Ich habe meine Sachen zusammengepackt und mich auf den Weg gemacht, um mein Glück direkt an der Quelle zu versuchen. Ich habe mein neues Leben in Japan begonnen, da man eine Sprache einfach am Besten in dem Land lernen kann, in dem sie auch gesprochen wird.

Diese ganze Aktion hat viel Vorbereitungszeit gebraucht, weswegen ich so gut wie ga rnicht dazu gekommen bin, hier weitere Tipps zu sammeln. Dabei habe ich inzwischen noch einige Themen entdeckt, die ich unbedingt mit Euch teilen möchte. Sobald ich also wieder ein bißchen Zeit habt, könnt ihr Euch schonmal auf folgende Themen freuen:

  • "Zuerst will ich nur reden, Kanjis lerne ich später" - Vielleicht doch keine gute Idee?
  • die besten Japanisch-Apps für's iPhone
  • ab nach Japan: Tourist, Student, Working Holiday Maker - jetzt wird's ernst
  • Special: Working Holiday - alle nötigen Infos auf einen Blick
  • Leben und Überleben in Japan - jetzt bin ich da, und wie geht's weiter?
  • ...

Willkommen bei DZGO

In letzter Zeit habe ich auch des Öfteren ein paar Kommentare mit Fragen auf meine bisherigen Posts erhalten. Ich versuche immer, diese so schnell und gut wie möglich zu beantworten. Falls jemand konkrete Fragen hat, kann er sich auch einfach direkt an mich wenden, über die Organisation, die ich derzeit in Osaka unterstütze: DZGO.

Bei DZGO versuchen wir, den Kontakt zwischen Deutschland und Japan, ausgehend aus Osaka, zu verstärken. Dafür bieten wir Unterstützung und Beratung in allen möglichen Bereichen an, die es im Kulturaustausch so gibt: Visums-Informationene, Hilfe bei den Vorbereitungen einer Reiseplanung ins entsprechende Land, Infos zum Railpass, Miet-Handy-Service in Japan, Antworten auf behördliche Fragen, Übersetzungen und Sprachkurse, sowie viele weitere Dienste. Unser Ziel ist es, diese beiden Kulturen einander näher zu bringen, und viele internationale Freundschaften zu schließen und zu vermitteln bei öffentlichen Aktionen und Veranstaltungen. Wer also Informationen oder persönliche Beratung für seinen nächsten Trip nach Japan sucht, soll sich doch einfach mal bei uns melden. Schaut bitte auch auf unsere Facebook-Seite: http://www.facebook.com/dzgo.jp. Ihr würdet uns helfen, wenn Ihr auch Euren Freunden und Bekannten Bescheid sagt, die an Japan interessiert sind. Du wohnst in Osaka oder Umgebung? Dann schau doch einfach mal persönlich vorbei und lerne uns kennen.Wir freuen uns auf Euch.


よろしくお願いします

In diesem Sinne möchte ich mich nochmal dafür entschuldigen, daß hier so lange "Funkstille" auf dem Blog war. Ich werde mich bemühen, Euch weiter mit nützlichen Informationen zu versorgen - manches davon eben jetzt auf der Seite von DZGO. Ich bedanke mich bei allen für's Lesen und versuche, die angekündigten Themen sobald wie möglich nachzuliefern.

Weiterhin viel Spaß beim Japanisch lernen, und beim tieferen eintauchen in diese faszinierende Kultur!

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Geldwechsel: Japanische Yen

Kurz vorweg: dieser Artikel hat nicht direkt etwas mit Japanisch lernen an sich zu tun, sondern enthält ein paar nützliche Tipps, für den Fall, daß Ihr mal selbst nach Japan fahrt. Wen das nicht interessiert, der kann diesen Bericht getrost überspringen, aber ich wollte Euch die Infos trotzdem nicht vorenthalten, da es in dem Blog ja auch ein bißchen um Tipps rund um Japan allgemein gehen soll. Jetzt aber viel Spaß beim Lesen...

Wer das Glück hat, auf eine Japanreise zu gehen, wird ein paar Japanische Yen brauchen. Wer die Wechselkurse beocbachtet hat, wird leicht verzweifeln, da der japanische Yen zur Zeit so stark geworden ist, was zur Folge hat, daß die ganze Reise plötzlich rund 30% teurer ist, als noch vor zwei Jahren. Die Japaner freuen sich: für sie ist Reisen zur Zeit so günstig, wie noch nie zuvor. Zu dumm nur, daß die meisten kaum Zeit haben, um diese Chance zu nutzen, was dazu führt, daß manche dann mal eben für einen Tag zum Oktoberfest nach München fahren (wahre Geschichte!).

Doch zurück vom Thema: Ihr steckt also in den Vorbereitungen für Euren nächsten Japan-Trip und steht vor der Überlegung, wieviel Geld Ihr mitnehmen solltet. Hierzu habe ich ein paar Tipps:

Geldwechsel vor Ort

Um nicht ganz ohne Bares dazustehen, ist es üblich, noch in der Heimat bei der Bank die Fremdwährung zu kaufen. Hierbei habe ich folgende Erfahrung gemacht: der offizielle Wechselkurs besagte, daß 1 Euro den Gegenwert von ca. 115 japanischen Yen hat. (Keine Angst, die Regierung ist dabei, dem entgegenzuwirken. Die Intervention soll den Yen wieder drücken, da der starke Yen extrem negative Auswirkungen auf den Export des Landes hat!) Nun ist es ja hinlänglich bekannt, daß man kaum in den Genuß des Korrekten Wechselkurses kommt. Allerdings war ich schon leicht geschockt, als ich beim Wechseln für 1 Euro nur 95 Yen erhalten habe, also immerhin 20 Yen weniger, als ich eigentlich hätte bekommen hatte. Zähneknirschend habe ich einen kleinen Betrag gewechselt, um nicht ganz ohne Bargeld im Land der aufgehenden Sonne anzukommen. In Japan am Flughafen existieren ebenso die Wechselkassen, hier hätte ich allerdings einen besseren Kurs bekommen: beim Kauf von Yen hätte ich in Japan direkt am Flughafen für einen Euro immerhin 110 Yen bekommen. Das sind zwar noch immer 5 Yen weniger als der aktuelle Kurs ist, aber dafür 15 Yen mehr pro Euro, als ich in Deutschland bekommen hatte. Daher also mein erster Tipp: wechselt zu Hause nur einen kleinen Betrag, etwa 30 Euro, um ein bißchen Kleingeld dabei zu haben, und die restlichen Yen kauft Ihr dann im Land selbst. (Falls Ihr allerdings eine Bank findet, die Euch zum aktuellen Kurs wechselt, dann schlagt zu.)


Zahlen mit Plastikgeld?

Wer sich bereits angewöhnt hat, immer alles mit seiner EC- oder Kreditkarte zu bezahlen, der sollte sich umstellen. Das Bezahlen mit Plastikgeld ist in Japan nicht nur unuüblich, es kann auch ganz schnell wegen der hohen Gebühren für den Auslandseinsatz richtig teuer werden. Wie heißt es so schön: Bargeld lacht. Es empfiehlt sich also, immer ausreichend Scheine und Münzen dabei zu haben, um das nächste Mitbringsel zu finanzieren, das nächste Onigiri zu bezahlen, oder den Automat füttern zu können, um gegen ein paar Münzen eine eine Flasche Calpis zu bekommen und den Durst zu löschen.


Hohe Gebühren beim Geld abheben

Inzwischen sollte jeder seine EC-Karte schonmal verwendet haben, sodaß sich niemand mehr Sorgen um den "Jahr 2010-Bug" machen muß, der bei betroffenen Karten dafür gesorgt hatte, daß sie im Ausland nicht einsetzbar waren. (Wer sich unsicher ist, sollte nochmal bei seiner Bank nachfragen!) Mit der EC-Karte kann man an fsat jeder Bank, in jeder Post sowie in manchen Konbini's bei den ATM-Automaten Bargeld abheben. Keine Sorge, die Anzeige auf den Geräten läßt sich in der Regel auch auf Englisch umstellen. Allerdings sollte man sich vorher gut informieren, was die Gebühren sind, die die Bank dafür berechnet. In der Regel wird ein Festbetrag (ca. 5 Euro) pro Abhebung fällig, auf den gegebenenfalls noch eine prozentuale Gebühr des Betrags erhoben wird. Diese Gebühren verstecken die Banken meist in den Umrechnungskursen, die beim Abheben angewendet werden. Das kann sehr schnell ins Geld gehen. Der Vorteil ist, daß es sehr viele Anlaufstellen gibt, um so an Geld zu kommen, aber wegen der relativ hohen Gebühren sollte man eher seltener, und dafür mehr abheben.

Geht's auch billiger?

Eine sehr gute Alternative hierzu bietet das Unternehmen der DKB, der deutschen Kreditbank. Dort kann man komplett kostenlos ein Konto eröffnen, daß auch keine Kontoführungsgebühren kostet. Die Vorteile sind Vielzählig. Neben einer EC-Karte erhält man eine auch eine kostenlose Kreditkarte (Visa Card). Mit dieser Kreditkarte kann man die horrenden Gebühren umgehen: im Ausland kann man damit kostenlos Geld abheben! In Japan muß man hierzu einfach in eine der zahlreichen Citibank Filialen gehen. Mit der 4-stelligen Pin kann man sich ohne Gebühren Bargeld aus dem Automat holen, und das auch noch immer zum tagesaktuellen Wechselkurs. Dies ist die günstigste Alternative, um an Geld in Japan zu kommen, da man nicht im Vorfeld bereits viel wechseln muß, sondern sich immer den Betrag holen kann, den man gerade braucht.

Japanische Serien und Filme: Download

Für alle, die nochmal ein wenig mehr Hörtraining haben, und gleichzeitig ein paar Serien und Filme ansehen wollen, bin ich kürzlich über eine interessante Seite gestolpert. Sie trägt den Titel "Yellow Cinema - Entertain the Asian in You".

Wie in einem vorigen Beitrag schon berichtet, existieren zahlreiche Fansubs von asiatischen Serien und Filmen. Fans machen sich hierzu die Mühe, die Serien aus dem TV mitzuschneiden und mit ihrem Herzblut für andere Fans auf der Welt mit Untertiteln zu versehen. Dadurch haben wir auch die Möglichkeit, in den Genuß der oftmals sehr andersartigen Serien und Filme zu kommen, solange diese noch nicht bei uns lizensiert wurden. Ab dann ist die Legalität der Verbreitung solcher Fansubs... sagen wir mal: eher fraglich.

Wer z.B. aufgrund einer instabilen Internetleitung keine Möglichkeit hat, beim Streamen von z.B. www.dramacrazy.net ein ruckel- und störungsfreies Seherlebnis zu bekommen, hat hier die Gelegenheiten, sich die Sachen herunterzuladen und dann offline anzuschauen. Die Auswahl ist enorm und bietet neben japanischen auch noch andere asiatische Serien und Filme zum Download. Als Hörtraining sind sie hervorragend geeignet, man kann damit gut ein Gefühl für die Sprache bekommen, und lernt gleichzeitig noch ein bißchen über die japanische Filmkunst und deren dramaturgischen Stil.

Da es sich hier um eine Downloadseite handelt, möchte ich rechtlich auf der sicheren Seite sein, darum hier noch die Erklärung:

Mit Urteil vom 12. Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch Einbindung eines Links für die Inhalte der gelinkten Seite unter Umständen mit verantwortlich ist. Dies kann - so das LG - ausschließlich dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert.
Für sämtliche auf unseren Seiten enthaltenen Links gilt deshalb pauschal: Wir betonen ausdrücklich, dass wir keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der gelinkten Seiten haben.
Aus diesem Grunde distanzieren wir uns hiermit nachdrücklich von allen Inhalten sämtlicher gelinkter Seiten auf unserer Homepage und machen uns deren Inhalte nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf unserer Homepage eingebundenen Links und für alle Inhalte der Seiten, zu denen die bei uns evt. angezeigten Banner führen. Dies gilt weiterhin auch für Seiten, auf die aufgrund von Einträgen in evt. Gästebüchern und Foren verwiesen wurde.
Sollten Sie zu Seiten gelinkt werden, die einen Rechtsverstoß oder eine verfassungsfeindliche Gesinnung aufweisen bzw. dazu aufrufen, so bitten wir um eine kurze Nachricht, um die Links zu entfernen.

Samstag, 8. Mai 2010

The Top 100 Language Blogs 2010 competition

Liebe Leser meines Blogs,

ich freue mich, Euch mitteilen zu können, daß mein Blog für die "Top 100 Language Blogs 2010 competition" nominiert wurde! Wer auch immer das von Euch war: Herzlichen Dank dafür! Es ist schön, zu sehen, daß es tatsächlich Leute gibt, die Interesse und Spaß daran haben, zu lesen, was ich so von mir gebe. Ich werde mir für die Zukunft weitere Themen überlegen, die nützlich sind und Euch helfen können.

Vielen Dank und viel Spaß weiterhin!
LG,
Euer Ryumu

PS: Hier die mail, mit der ich über die Nominierung informiert wurde:


Dear Ryumu,

It’s time for The Top 100 Language Blogs 2010 competition and the good news is your blog
( http://japanisch-quickstart.blogspot.com/ ) has been nominated. Congratulations!

After previous years’ success the bab.la language portal and Lexiophiles language blog are hosting our worldwide language blog competition once again.

We are looking for the top 100 language blogs in four categories: Language Learning, Language Teaching, Language Technology and Language Professionals.

You have been nominated to the following category: Language Technology.

The nomination period goes from April 27th to May 11th . Each blog will have a one-sentence-description for the voting. If you would like a special description to go along with your blog, just send me an email. The voting period goes from May 12th to May 24th . The winners will be announced on May 28th . Feel free to spread the word among bloggers writing about languages.

For more information on The Top 100 Language Blogs 2010 visit:

http://www.lexiophiles.com/featured-article/top-100-language-blogs-2010-starts-today

Kind regards,

Priscila

On behalf of the bab.la and Lexiophiles team

Freitag, 7. Mai 2010

Japanische Animes und Serien Online

Ich hatte vorher bereits schon einmal geschrieben, sich japanische Fernsehserien hervorragend eignen, um ein Gefühl für die Sprache zu bekommen und das Hörverständnis zu trainieren. Hier möchte ich zwei Quellen vorstellen, wo ihr nahezu alles, was auf dem japanischen Unterhaltungsmarkt Rang und Namen hat, anschauen könnt, und zwar alles komplett kostenlos!

Wer seine Anime-Sucht befriedigen möchte, ohne sich dafür in Unkosten zu stürzen, kann auf der Seite AnimeCrazy.net unzählige Serien finden, die dort kostenlos zum, Streamen bereitsehen. Wer sich in der Fülle nicht entscheiden kann, dem wird hier geholfen: Es steht ein Ranking der beliebtesten Anime-Serien zur Verfügung, zusätzlich kann man sich durch die unterschiedlichen Genres klicken, wenn man einfach ein bißchen stöbern möchte. Wer eine bestimmte Serie sucht, kann einfach mit dem alphatbetischen Index durch alle Serien navigieren und so schnell fündig werden.

Wer eher auf echte Menschen steht, als auf gezeichnete Serien, der sollte sich einmal die japanischen Dramas (JDramas) zu Gemüte führen. Diese sind meistens voll von Emotionsausbrüchen, Verwirrungen, interessanten Charakteren, und garantieren eine Menge Unterhaltung. Da man hier echte Japaner sprechen hört und gleichzeitig sieht, ist es leichter, ein Gefühl für die Sprache zu bekommen. Allmählich versteht man ein bißchen besser, wie die japanische Sprache aufgebaut ist, und vor allem auch, wie sie im Alltag angewendet wird. Daher kan ich jedem diese JDramas nur ans Herz legen. Zu finden sind diese unter DramaCrazy.net, wo sie kostenlos gestreamt werden können


Außerdem bieten sie eine interessante Abwechslung - schon rein inhaltlich - von der Kost, der man sonst im TV ausgesetzt ist. Besonders interessant - bei Animes wie bei JDramas - ist, daß diese oft von der klassischen Schwarz-Weiß-Zeichnung absehen. Eine Unterscheidung zwischen Gut und Böse ist nicht so einfach zu ziehen, wie in westlichen Serien, da auch den Akteuren mit weniger ehrbaren Motiven eine Hintergrundgeschichte gegeben wird, die ihr Handeln verständlicher machen.

Kurzum: Sowohl Animes als auch JDramas sind meiner Meinung nach eine angenehme Abwechslung und bieten obendrein noch etwas Übung. Viel Spaß!

Mittwoch, 28. April 2010

Kanji im Alltag

Wie schon ein paarmal erwähnt, sind Kanji ein essentieller Bestandteil der japanischen Sprache. Beim Sprechen und in ganz normalen Konversationen erkennt man die Homonyme aus dem Kontext, wenn allerdings beispielsweise auf einem Schild nur ein Hinweis steht, fehlt fast jeglicher Kontext. Besonders wenn man sich in Japan orientieren möchte, ist es besonders hilfreich, ein paar Kanji zu kennen - oder mindestens, zu erkennen. Daher möchte ich im folgenden ganz kurz eine kleine Auswahl von Kanji vorstellen, denen man im Alltag öfters begegnen wird.

Wenn man sich mit jemandem verabredet, trifft man sich oft an irgendwelchen Bahnhöfen:
駅 = えき = "eki" = Bahnhof

Die Bahnhöfe haben die lästige Angewohnheit, sehr groß zu sein und über mehrere Ausgänge zu verfügen. Manchmal sind diese durchnummeriert, und es ist leicht, den Treffpunkt zu finden, aber wenn keine Nummern vorhanden sind, werden die Ausgänge meist anhand der Himmelsrichtungen gekennzeichnet:

北 = きた = "kita" = Norden
南 = みなみ  = "minami" = Süden
西 = にし = "nishi" = Westen
東 = ひがし = "higashi" = Osten
中 = ちゅお = "chuo" = Zentral

Natürlich braucht man noch die Bezeichnungen für Ein- und Ausgänge:

入口 = いりぐち = "iriguchi" = Eingang
 出口 = でぐち =  "deguchi" = Ausgang

Wenn man nach einem bestimmten Ausgang sucht, wird lediglich das 口 = ぐち = guchi an die Richtungsangabe angefügt, sodaß sich beispielsweise für den Nordausgang die folgende Kombination ergibt:

北口 = きたぐち = "kitaguchi"

Als nächstes noch das Kanji für den japanischen Yen - der auf Japanisch übrigens nur "en" ausgesprochen wird: 円 Dies findet man oft, wenn man an Geschäften bzw. Restaurants vorbei geht. Auch wenn man die Speisen vermutlich nicht identifizieren kann, sofern sie nicht durch kleine Plastikmodelle bzw. Fotos präsentiert werden, kann man so wenigstens abschätzen, ob es sich um einen billigen oder teuren Laden handelt, um hinterher böse Überraschungen zu vermeiden, sobald die Rechnung kommt. Dazu braucht man gelegentlich noch die Kanjis für die Zahlen, die manchmal in den Preisangaben enthalten sind:

1: 一
2: 二
3: 三
4: 四
5: 五
6: 六
7: 七
8: 八
9: 九
10: 十
    Und noch ein paar Besonderheiten:
    0 = 0
    百 = 100
    千 = 1.000
    一万 = 10.000

    Beispiele:
    ビール 二五〇円  = "Bier: 250 Yen"
    うどん・そば 六七〇円 = "Udon/Soba: 670 Yen"
    焼肉 一、四八〇円 = "Yakiniku: 1480 Yen"



    Osaka-Special: 大阪
    Zum Schluß noch die Namen der bekanntesten JR-Bahnhöfe in Osaka:
    大阪駅 = Osaka-Bahnhof (im Norden)
    梅田 = Umeda (im Norden, verbunden mit Osaka-Bahnhof)
    難波 = なんば = Namba (im Süden)
    天王寺 = Tennôji (Süd-Osten)

    weitere wichtige Städte:
    大阪 = Ôsaka
    東京 = Tôkyô
    京都 = Kyôto
    神戸 = Kôbe
    横浜 = Yokohama
    福岡 = Fukuoka
    札幌 = Sapporo

    ... und wenn wir ein bißchen weiter sind, ist auch sowas kein Problem mehr:

    Montag, 15. März 2010

    Grammatik: Passiv

    Die Passiv-Form ist eine Form, die im Japanischen sehr häufig verwendet wird. Gebildet wird dies dadurch, daß man an den Stamm eine neue Endung anhängt. Extrem vereinfach kann man sagen, daß in die Verben einfach ein られ bzw. あれ eingebaut wird. Anhand einiger Beispiele möchte ich kurz erklären, welche Regeln dabei zu beachten sind.

    Die Gruppen
    Als erstes muß man sich bewußt machen, um was für ein Verb es sich handelt. Im Japanischen werden hier drei Gruppen unterschieden:
    1. Gruppe: Verben, die in der ます-Form auf "i" vor dem ます enden.
      Beispiele: 書く 「かきます」、 飲む 「のみます」、 帰る 「かえります」
    2. Gruppe: Verben, die in der ます-Form auf "e" vor dem ます enden.
      Beispiele: 食べる 「たべます」、 覚える 「おぼえます」、 忘れる 「わすれます」
    3. Gruppe: unregelmäßige Verben (zum Glück nur 2):
      する、 くる
    Es gibt zwar ein paar Ausnahmen, aber wenn man sich diese Einteilung erst einmal bewußt macht, ist die Japanische Grammatik bedeutend einfacher zu bewältigen. Achtet man auf die Endung in der ます-Form, kann man so die Verben schnell und einfach einordnen.

    Bildung des Passiv
    Um die Passiv-Form der japanischen Verben zu bilden, muß man je nach Gruppe ein paar einfache Regeln beachten. Wie bei allen anderen Formen sind auch hier dei Verben der Gruppe 1 die schwierigsten, da man die Silben ein bißchen verändern muß. Hierbei wird aus dem "i" vor dem ます ein "a", bevor noch die Silbe れ eingefügt wird. Bei Verben aus der zweiten Gruppe genügt es, einfach ein られ einzufügen, um die Form zu bilden. Der Stamm der Verben bleibt in beiden Fällen erhalten. Die beiden unregelmäßigen Verben haben eine Sonderform, die man sich einfach merken muß.


    Beispiele für Gruppe 1:
    ます-Form    PassivÜbersetzung
    かきますかかれます    schreiben
    ふみますふまれますauf etw. treten (z.b. auf den Fuß treten)
    よびますよばれます(her-)rufen
    とりますとられます(auf-)nehmen
    いいますいわれますsagen
    まちますまたれますwarten
    おしますおされますdrücken/schieben

    Beispiele für Gruppe 2:
    ます-FormPassivÜbersetzung
    ほめますほめられますloben
    しらべます    しらべられます    untersuchen, nachschlagen
    * みます* みられますsehen, anschauen (*Ausnahme!)

    Beispiele für Gruppe 3:
    ます-Form   PassivÜbersetzung
    しますされますtun, machen
    きますこられます    kommen

    Weitere Beispiele und Erläuterungen dazu finden sich auch im Buch "Minna No Nihongo: Translation and Grammatical Notes Bk. 2: Translation and Grammatical Notes Bk. 1"

    Dienstag, 9. März 2010

    Anki - freies Flashcard System

    Gerade eben habe ich etwas gefunden, was ich extrem nützlich finde. Viele kennen das System, mit Flashkarten zu lernen. Anki ist ein Programm, das man sich kostenlos herunterladen kann und das ein komplettes Flashkarten-System implementiert. Dazu gibt es zahlreiche Einstellmöglichkeiten, beispielsweise für die Anzahl neuer Worte pro Sitzung, oder die Dauer, die zwischen den einzelnen Wiederholungen liegen soll.

     

    Es werden abwechselnd die deutschn und die japanischen Worte angezeigt, und man kann nach der Antwort wählen, ob das Wort früher oder später wieder wiederholt werden soll. Prinzipiell bietet es alles an, was man von einem Flashkarten-System erwartet, aber obendrein gibt es ein paar gewaltige Pluspunkte, weswegen ich bereits nach dem ersten Eindruck schon sehr begeistert von dem Programm bin:

    Komplett kostenlos
    Bereits der erste Eindruck ist sehr erfreulich. Es ist weder eine Registrierung notwendig, noch irgendwelche versteckten Gebühren oder Limitierungen. Das Programm ist von Anfang an in vollem Umfang nutzbar!

    Vielfalt
    Nach dem Installieren, kann man sich einen Kartenstapel anlegen, oder einfach herunterladen. Beim Herunterladen hat man Zugriff auf eine Vielzahl von Karten, die bereits von anderen Usern angelegt wurden. Hier kann man direkt danach suchen, was man gerade trainieren möchte. Beim ersten Start habe ich bereits Vokabellisten für die JLPT 1-4 (Japanese Language Proficiency Test) gefunden, tonnenweise Kanji-Sets, Beispielsätze, Minna no nihongo Vokabular, und noch vieles mehr!


    Editierbar
    Zusätzlich zu dem bereits riesigen Angebot gibt es noch die Möglichkeit, eigene Karteikarten anzulegen, sich aus den Sets neue Stapel zusammen zu stellen, und diese erneut abzuspeichern. Dies ist besonders praktisch, wenn man zusätzlich zu dem Vokabular aus irgendwelchen Lehrbüchern noch die eigenen Vokabeln mit in das Flashcard-System aufnehmen möchte, die man außerhalb der Lektionen gelernt hat.

    Statistik
    Es gibt zahlreiche verschiedene Statistik-Funktionen, mit deren Hilfe man einen Überblick über den aktuellen Lernerfolg behalten kann.

    Mobilität
    Ich habe es zwar noch nicht selbst testen können, aber auf der Webseite steht, daß es auch verschiedene Mobile Versionen von dem Programm gibt. Zum einen ist eine reine Online-Nutzung möglich. Die Seiten wurden entsprechend für den mobilen Zugang via Handy extra sehr schlank gestaltet. Dies ist auch für alle nützlich, die keine Lust haben, sich eine unbekannte Software herunterzuladen (auch wenn ich sie für bedenkenlos halte). Für Android-Handys steht sogar eine eigene Version zum Download zur Verfügung. Des weiteren ist auch noch eine Verwendung auf dem Nintendo-DS möglich.

    Alles in allem gibt es viele positive Punkte, die mir zu dem Programm aufgefallen ist, und von nun an wird es wohl seinen Weg in meine tägliche Arbeit am Computer finden. Ich hoffe, daß Euch dieser Tipp auch etwas nützt und viel Spaß und schnellen Erfolg bringt!