Mittwoch, 28. April 2010

Kanji im Alltag

Wie schon ein paarmal erwähnt, sind Kanji ein essentieller Bestandteil der japanischen Sprache. Beim Sprechen und in ganz normalen Konversationen erkennt man die Homonyme aus dem Kontext, wenn allerdings beispielsweise auf einem Schild nur ein Hinweis steht, fehlt fast jeglicher Kontext. Besonders wenn man sich in Japan orientieren möchte, ist es besonders hilfreich, ein paar Kanji zu kennen - oder mindestens, zu erkennen. Daher möchte ich im folgenden ganz kurz eine kleine Auswahl von Kanji vorstellen, denen man im Alltag öfters begegnen wird.

Wenn man sich mit jemandem verabredet, trifft man sich oft an irgendwelchen Bahnhöfen:
駅 = えき = "eki" = Bahnhof

Die Bahnhöfe haben die lästige Angewohnheit, sehr groß zu sein und über mehrere Ausgänge zu verfügen. Manchmal sind diese durchnummeriert, und es ist leicht, den Treffpunkt zu finden, aber wenn keine Nummern vorhanden sind, werden die Ausgänge meist anhand der Himmelsrichtungen gekennzeichnet:

北 = きた = "kita" = Norden
南 = みなみ  = "minami" = Süden
西 = にし = "nishi" = Westen
東 = ひがし = "higashi" = Osten
中 = ちゅお = "chuo" = Zentral

Natürlich braucht man noch die Bezeichnungen für Ein- und Ausgänge:

入口 = いりぐち = "iriguchi" = Eingang
 出口 = でぐち =  "deguchi" = Ausgang

Wenn man nach einem bestimmten Ausgang sucht, wird lediglich das 口 = ぐち = guchi an die Richtungsangabe angefügt, sodaß sich beispielsweise für den Nordausgang die folgende Kombination ergibt:

北口 = きたぐち = "kitaguchi"

Als nächstes noch das Kanji für den japanischen Yen - der auf Japanisch übrigens nur "en" ausgesprochen wird: 円 Dies findet man oft, wenn man an Geschäften bzw. Restaurants vorbei geht. Auch wenn man die Speisen vermutlich nicht identifizieren kann, sofern sie nicht durch kleine Plastikmodelle bzw. Fotos präsentiert werden, kann man so wenigstens abschätzen, ob es sich um einen billigen oder teuren Laden handelt, um hinterher böse Überraschungen zu vermeiden, sobald die Rechnung kommt. Dazu braucht man gelegentlich noch die Kanjis für die Zahlen, die manchmal in den Preisangaben enthalten sind:

1: 一
2: 二
3: 三
4: 四
5: 五
6: 六
7: 七
8: 八
9: 九
10: 十
    Und noch ein paar Besonderheiten:
    0 = 0
    百 = 100
    千 = 1.000
    一万 = 10.000

    Beispiele:
    ビール 二五〇円  = "Bier: 250 Yen"
    うどん・そば 六七〇円 = "Udon/Soba: 670 Yen"
    焼肉 一、四八〇円 = "Yakiniku: 1480 Yen"



    Osaka-Special: 大阪
    Zum Schluß noch die Namen der bekanntesten JR-Bahnhöfe in Osaka:
    大阪駅 = Osaka-Bahnhof (im Norden)
    梅田 = Umeda (im Norden, verbunden mit Osaka-Bahnhof)
    難波 = なんば = Namba (im Süden)
    天王寺 = Tennôji (Süd-Osten)

    weitere wichtige Städte:
    大阪 = Ôsaka
    東京 = Tôkyô
    京都 = Kyôto
    神戸 = Kôbe
    横浜 = Yokohama
    福岡 = Fukuoka
    札幌 = Sapporo

    ... und wenn wir ein bißchen weiter sind, ist auch sowas kein Problem mehr:

    Montag, 15. März 2010

    Grammatik: Passiv

    Die Passiv-Form ist eine Form, die im Japanischen sehr häufig verwendet wird. Gebildet wird dies dadurch, daß man an den Stamm eine neue Endung anhängt. Extrem vereinfach kann man sagen, daß in die Verben einfach ein られ bzw. あれ eingebaut wird. Anhand einiger Beispiele möchte ich kurz erklären, welche Regeln dabei zu beachten sind.

    Die Gruppen
    Als erstes muß man sich bewußt machen, um was für ein Verb es sich handelt. Im Japanischen werden hier drei Gruppen unterschieden:
    1. Gruppe: Verben, die in der ます-Form auf "i" vor dem ます enden.
      Beispiele: 書く 「かきます」、 飲む 「のみます」、 帰る 「かえります」
    2. Gruppe: Verben, die in der ます-Form auf "e" vor dem ます enden.
      Beispiele: 食べる 「たべます」、 覚える 「おぼえます」、 忘れる 「わすれます」
    3. Gruppe: unregelmäßige Verben (zum Glück nur 2):
      する、 くる
    Es gibt zwar ein paar Ausnahmen, aber wenn man sich diese Einteilung erst einmal bewußt macht, ist die Japanische Grammatik bedeutend einfacher zu bewältigen. Achtet man auf die Endung in der ます-Form, kann man so die Verben schnell und einfach einordnen.

    Bildung des Passiv
    Um die Passiv-Form der japanischen Verben zu bilden, muß man je nach Gruppe ein paar einfache Regeln beachten. Wie bei allen anderen Formen sind auch hier dei Verben der Gruppe 1 die schwierigsten, da man die Silben ein bißchen verändern muß. Hierbei wird aus dem "i" vor dem ます ein "a", bevor noch die Silbe れ eingefügt wird. Bei Verben aus der zweiten Gruppe genügt es, einfach ein られ einzufügen, um die Form zu bilden. Der Stamm der Verben bleibt in beiden Fällen erhalten. Die beiden unregelmäßigen Verben haben eine Sonderform, die man sich einfach merken muß.


    Beispiele für Gruppe 1:
    ます-Form    PassivÜbersetzung
    かきますかかれます    schreiben
    ふみますふまれますauf etw. treten (z.b. auf den Fuß treten)
    よびますよばれます(her-)rufen
    とりますとられます(auf-)nehmen
    いいますいわれますsagen
    まちますまたれますwarten
    おしますおされますdrücken/schieben

    Beispiele für Gruppe 2:
    ます-FormPassivÜbersetzung
    ほめますほめられますloben
    しらべます    しらべられます    untersuchen, nachschlagen
    * みます* みられますsehen, anschauen (*Ausnahme!)

    Beispiele für Gruppe 3:
    ます-Form   PassivÜbersetzung
    しますされますtun, machen
    きますこられます    kommen

    Weitere Beispiele und Erläuterungen dazu finden sich auch im Buch "Minna No Nihongo: Translation and Grammatical Notes Bk. 2: Translation and Grammatical Notes Bk. 1"

    Dienstag, 9. März 2010

    Anki - freies Flashcard System

    Gerade eben habe ich etwas gefunden, was ich extrem nützlich finde. Viele kennen das System, mit Flashkarten zu lernen. Anki ist ein Programm, das man sich kostenlos herunterladen kann und das ein komplettes Flashkarten-System implementiert. Dazu gibt es zahlreiche Einstellmöglichkeiten, beispielsweise für die Anzahl neuer Worte pro Sitzung, oder die Dauer, die zwischen den einzelnen Wiederholungen liegen soll.

     

    Es werden abwechselnd die deutschn und die japanischen Worte angezeigt, und man kann nach der Antwort wählen, ob das Wort früher oder später wieder wiederholt werden soll. Prinzipiell bietet es alles an, was man von einem Flashkarten-System erwartet, aber obendrein gibt es ein paar gewaltige Pluspunkte, weswegen ich bereits nach dem ersten Eindruck schon sehr begeistert von dem Programm bin:

    Komplett kostenlos
    Bereits der erste Eindruck ist sehr erfreulich. Es ist weder eine Registrierung notwendig, noch irgendwelche versteckten Gebühren oder Limitierungen. Das Programm ist von Anfang an in vollem Umfang nutzbar!

    Vielfalt
    Nach dem Installieren, kann man sich einen Kartenstapel anlegen, oder einfach herunterladen. Beim Herunterladen hat man Zugriff auf eine Vielzahl von Karten, die bereits von anderen Usern angelegt wurden. Hier kann man direkt danach suchen, was man gerade trainieren möchte. Beim ersten Start habe ich bereits Vokabellisten für die JLPT 1-4 (Japanese Language Proficiency Test) gefunden, tonnenweise Kanji-Sets, Beispielsätze, Minna no nihongo Vokabular, und noch vieles mehr!


    Editierbar
    Zusätzlich zu dem bereits riesigen Angebot gibt es noch die Möglichkeit, eigene Karteikarten anzulegen, sich aus den Sets neue Stapel zusammen zu stellen, und diese erneut abzuspeichern. Dies ist besonders praktisch, wenn man zusätzlich zu dem Vokabular aus irgendwelchen Lehrbüchern noch die eigenen Vokabeln mit in das Flashcard-System aufnehmen möchte, die man außerhalb der Lektionen gelernt hat.

    Statistik
    Es gibt zahlreiche verschiedene Statistik-Funktionen, mit deren Hilfe man einen Überblick über den aktuellen Lernerfolg behalten kann.

    Mobilität
    Ich habe es zwar noch nicht selbst testen können, aber auf der Webseite steht, daß es auch verschiedene Mobile Versionen von dem Programm gibt. Zum einen ist eine reine Online-Nutzung möglich. Die Seiten wurden entsprechend für den mobilen Zugang via Handy extra sehr schlank gestaltet. Dies ist auch für alle nützlich, die keine Lust haben, sich eine unbekannte Software herunterzuladen (auch wenn ich sie für bedenkenlos halte). Für Android-Handys steht sogar eine eigene Version zum Download zur Verfügung. Des weiteren ist auch noch eine Verwendung auf dem Nintendo-DS möglich.

    Alles in allem gibt es viele positive Punkte, die mir zu dem Programm aufgefallen ist, und von nun an wird es wohl seinen Weg in meine tägliche Arbeit am Computer finden. Ich hoffe, daß Euch dieser Tipp auch etwas nützt und viel Spaß und schnellen Erfolg bringt!

    Sonntag, 7. März 2010

    Kalender

    Im japanischen Kalender wird etwas anders gezählt, als bei uns. Für uns sind die Monate deutlich einfacher zu lernen, als für die Japaner, wenn sie unsere Monatsnamen lernen müssen. Im Japanischen genügt einfach die Zahl gefolgt von 月 für Monat. Mai ist also 五月 「ごがつ」 oder November heißt 十一月 「じゅいちがつ」. Wir müssen also ledlich das japanische Zahlensystem lernen:
    1: 一 2: 二 3: 三 4: 四 5: 五 6: 六
    7: 七 8: 八 9: 九 10: 十 11: 十一 12: 十二
    Etwas schwieriger wird es allerdings leider bei den Tagen des Monats. Manche werden ganz regulär gebildet, indem einach an die Zahl des Tages noch das Wort für Tag 日 「にち」 angehängt wird. Es gibt allerdings Ausnahmen, und zwar leider in der Hälfte der Fälle.

    1日 「ついたち」
    2日 「ふつか」
    3日 「みっか」
    4日 「よっか」
    5日 「いつか」
    6日 「むいか」
    7日 「なのか」
    8日 「ようか」
    9日 「ここのか」
    10日 「とうか」
    14日 「じゅうよっか」
    19日 「じゅうくにち」
    20日 「はつか」
    24日 「にじゅうよっか」
    29日 「にじゅうくにち」

    Leider etwas umständlicher, aber wenn man nicht immer sagen will "Treffen wir uns am Vier März." kommt man nicht umhin, sich diese Ausdrücke einzuprägen. Besondere Vorsicht ist hier bei dem 4. und dem 8. des Monats geboten, die mit よっか und ようか sehr ähnlich klingen.

    Grundsätzlich kann man fast immer den Tag auch der Einfachheit halber einfach durch die Zahl und das Anfügen von 日 「にち」 ausdrücken, wie man es bei den "Nicht-Ausnahme-Fällen" tut. Lediglich zum ersten Tag des Monats ist es unabdingbar, ついたち zu sagen, da いちにち einfach "ein ganzer Tag" bedeutet.

    Dienstag, 2. März 2010

    Adjektive

    Adjektive stellen einen extrem wichtigen Bestandteil jeder Sprache dar. Sobald man einmal angefangen hat, sich mit seinen japanischen Freunden über alles mögliche zu unterhalten, wird man nicht umhin kommen, sich auch in diesem Bereich einen möglichst großen Wortschatz aufzubauen. Einen ersten Einstieg möchte ich heute mit dieser kleinen Liste geben.

    Grundsätzlich werden im Japanischen zwei Arten von Adjektiven unterschieden: die i-Adjektive und die na-Adjektive. Dies bezeichnet die Endung der jeweiligen Wörter und ist ein Hinweis darauf, wie das betroffene Substantiv angebunden wird, direkt oder mit einem Bindewort (な).

    i-Adjektive


    よい
    gut

    いたい
    schmerzhaft

    うつくしい
    hübsch

    みにくい
    häßlich

    はやい
    schnell

    きたない
    schmutzig

    つよい
    stark

    よわい
    schwach

    ひどい
    furchtbar/grausam

    おおきい
    groß

    ちいさい
    klein

    くさい
    stinkend

    あつい
    heiß

    さむい
    kalt (Temperatur)

    あた(た)かい
    warm

    つめたい
    kalt (Gegenstand)

    すずしい
    kühl/frisch

    ながい
    lang

    みじかい
    kurz


    na-Adjektive


    ていねいな
    höflich

    しつれいな
    unhöflich (bekannt z.B. aus 「しつれいします!」

    ( だい ) すき
    lieben/mögen (hier ist es erforderlich, umzudenken: anders als bei uns ist dies kein Verb, sondern tatsächlich ein Adjektiv!)

    ( だい ) きらい
    hassen/nicht mögen (wie bei "mögen" steht für die Vorsilbe だい = 大 = "groß" und kann das Adjektiv verstärken: "nicht mögen" -> "hassen")

    じょうず
    geschickt (Dies werdet Ihr oft als Kompliment hören, sobald Ihr auch nur 2 Worte Japanisch von Euch gebt. Damit loben Euch die Japaner und sagen, wie gut doch Euer Japanisch schon ist!)

    しずか
    ruhig

    べんりな
    praktisch

    しょうじきな
    ehrlich

    はでな
    auffällig

    してきな
    poetisch